Bronsart von Schellendorff (Hans), deutscher Musiker, geb. 11. Febr. 1830 zu Berlin, entstammt einer alten preuß. Militärfamilie, trat schon mit 11 Jahren in einem Konzert zu Danzig als Klavierspieler auf. Nachdem er dort das Gymnasium und 1849 die Universität in Berlin besucht hatte, wo er den Unterricht Dehns in der Musiktheorie genoß, wandte er sich 1853 nach Weimar zu Liszt, dessen Schüler und begeisterter Anhänger er wurde. Im J. 1864½/62 dirigierte er die Euterpe-Konzerte in Rardig „von 1864 an ein ähnliches Institut in Berlin, bis er 1867 zum Intendanten des damals preußisch gewordenen Hoftheaters zu Hannover ernannt wurde, welche Stellung er noch jetzt innehat. Er ist in der Musik besonders als Pianist mrofergetreten und hat einige Kompositionen für Klavier⸗, Kammer⸗ und Orchestermusik zum Druck gebracht. Seine Gattin Ingeborg, geborene Starck, mit welcher B. seit 1861 verheiratet ist, teilt mit ihm Talent, Bildung und Geschmacksrichtung. Sie wurde 24. Aug. 1840 in Petersburg von schwed. Eltern geboren, trat ebenfalls als Pianistin hervor, war Schülerin von A. Henselt, konzertierte 1859 mit Beifall in Paris, vervollkommnete sich dann noch unter Liszt, widmete sich aber seit ihrer Verheiratung mehr der Komposition, für welche sie besondere Neigung zu haben scheint; außer mehrern Werken der Kammermusik und Liedern sind auch einige Opern (unter andern Goethes Jery und Bätelio) von ihr komponiert.