Brouckere (Henri de), Bruder des vorigen, ebenfalls ein ausgezeichneter belg. Staatsmann, geb. 1801, war beim Ausbruch der belg. Revolution Staatsanwalt zu Ruremonde und trat in den Nationalkongreß, wo er als Sekretär eine anerkennenswerte Thätigkeit entwickelte. Er befand sich unter den Kommissarien des Kongresses, die zur Verständigung mit Prinz Leopold über dessen Thronkandidatur nach England geschickt wurden. In der Abgeordnetenkammer, wo er zuerst für Ruremonde, dann eit 1833 für Brüssel ununterbrochen saß, bis das nkompatibilitätsgesetz von 1848 ihn darauf ver-Lerita hieß, kämpfte er gegen die Ausbreitung des lerikalen Einflusses. Nachdem er während vieler Jahre Rat am brüsseler Appellhof gewesen, wurde er 1840 zum Gouverneur von Antwerpen ernannt und 1844 nach Lüttich versetzt, nahm aber 1846, nach dem Eintritte de Theux' ins Kabinett seine Entlassung. Drei Jahre später ernannte ihn der König zum belg. Minister beim päpstl. Stuhle und andern ital. Höfen. Von dieser Stellung wurde er im Okt. 1852 abberufen, um nach dem Rücktritte des Kabinetts Frere-Rogier an die Spitze eines sog. Versöhnungsministeriums zu treten, in dem er das Departement des Auswärtigen übernahm. Sein Hauptverdienst als Minister war, die durch den Staatsstreich gestörten Beziehungen zu Frankreich owohl in polit. als ökonomischer Hinsicht wiederergestellt zu haben. Nach seinem Rücktritt 30. arz 1855 wählte ihn der Bezirk Mons im Juni 1856 zum Deputierten, als welcher er bis 1870 in liberalem Sinne fortwirkte. Seitdem erblindet, lebt er im Privatstande zu Brüssel.