Bruee, ein altes schott. Geschlecht normännischen Ursprungs, das im 14. Jahrh. auf einige Zeit den Alere von Schottland (s. d.) einnahm. Nachdem Alexander III. 1286 und dessen junge Tochter Margarete 1289 gestorben, befanden sich unter den vielen schott. Kronprätendenten Joh. Baliol und Robert B., wovon ersterer durch seine Großmutter, letzterer durch seine Mutter von David, Grafen von Huntingdon, dem Bruder Wilhelms, Königs von Schottland (1165—1214), stammte. Wiewol demnach B. der ausgestorbenen Dynastie einen Grad näher stand als Baliol, sprach doch Eduard I. (s. d.) von England, der sich der schott. Angelegenheiten fast gänzlich bemächtigt hatte, dem schwachen Baliol die Krone zu. Robert B. weigerte sich, diesem den Huldigungseid zu leisten; er starb 1294. Sein Sohn, Robert B. der Jüngere, fügte sich und blieb sogar ein treuer Anhänger Eduards I., als sich letzterer des schott. Reichs gänzlich bemächtigte. Nachdem jedoch Wallace, der sich gegen die engl. Herrschaft empörte, 1305 besiegt und hingerichtet worden, trat Robert B., der Enkel des ersten Kronprätendenten, geb. 21. März 1274, ein kluger und kühner Mann, als Kronbewerber und Kämpfer n die schott. Unabhängigkeit auf. In einer Versammlung der Großen zu Dumfries, im Facht 1306, rief man — einmütig zum König aus. achdem er die engl. Beamten aus dem Lande gejagt, ließ er sich 25. ** 1306 zu Scone krönen. Eduard J. schickte den Feldherrn Aymer von Valence nach Schottland, der auch der Streitmacht B.s bei Methven eine Riederlage beibrachte. Viele schott. Große blieben oder wurden hingerichtet; auch fielen B.s Tochter und Gemahlin in die Hände der Engländer. B. sah ich genötigt, auf eine der Hebridischen Inseln zu fluchten. Nach einiger Zeit wagte er sich indes mit einem geringen Anhange wieder hervor, fügte den Engländern vielfachen Schaden zu, mußte jedoch mit seinen Freunden wiederholt im Gebirge von Carrick Zuflucht suchen. Endlich zog Eduard mit starker Kriegsmacht nach Schottland, kam aber nur bis Carlisle, wo ihn im Juli 1307 der Tod überraschte. Sein schwacher, nicht kriegerisch gesinnter Sohn, Eduard II. (s. d.), vermochte soließ den tapfern B. wenig auszurichten und erlitt schließlich zu Bannockburn 24. Juni 1314 eine so vollständige Niederlage, daß seitdem die Krone B.s und die Unabhängigkeit Schottlands befestigt war. Während B. England bis nach Nork und Lancaster mit Feuer und Schwert durchzog, schickte er seinen Bruder nach Irland, das sich mit Hilfe desselben ebenfalls für kurze Zeit der Engländer entledigte. Auf Eduards II. Ansuchen sendete 1318 der Papst Johann XXII. einen Legaten nach England, der zwischen den Streitenden Frieden stiften sollte und, da B. von einem solchen Vergleiche nichts wissen wollte, ihn mit dem Bann, Schottland aber mit dem Interdikt belegte. Eduard II. fiel dann 1322 wiederum mit starker Heeresmacht in Schottland ein, mußte aber, von Mangel gedrückt, mit großem Verluste den Rückzug antreten. Im Mai 1323 ließ sich B. endlich zu einem 13jährigen Waffenstillstande bereit finden. Nachdem aber der junge Eduard III. (s. d.) unter der Vormundschaft Mortimers den engl. Thron eingenommen, wurde 1. März 1328 ein dauernder Friede abgeschlossen, durch den die Selbständigkeit Schottlands anerkannt wurde. B. starb 7. Juni 1329. Wiewohl er nach außen sein Vaterland freigemacht, konnte er im Innern die Regierungsgewalt nicht fester begründen. (S. Schottland.)