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GeschichteBrockhaus 1882

Bathori, ein berühmtes ungar. Geschlecht, dessen ununterbrochene Genealogie mit Andreas de Rakomaz (Ende des 13. Jahrh.) beginnt. Der Sohn dieses Andreas, Briccius, erhielt für seine getreuen Dienste von König Ladislaus IV. (1272—90) die Ortschaften Abram, Batur und Kis-Baka; von Batur (magyar. bätor = kühn, tapfer) nahm Briccius nun seinen Geschlechtsnamen. Um die Mitte des 14. Jahrh. zerfiel das Geschlecht in zwei Zweige, den zu Ecsed und den zu Somlyö. Stephan B. 6 1493), aus der Smn zu Eesed, ist vorzüglich bekannt durch den Sieg, den er unter König Matthias I. 1479 bei Kenyermezö in Siebenbürgen über die Türken erfocht. Ein anderer Stephan B., ebenfalls aus der Eeseder Linie, wurde 1519 Palatinus, im J. 1525 jedoch vom niedern Adel (der Partei Zäpolya) dieser Würde enthoben, aber schon im nächsten Jahre in dieselbe wieder eingesetzt. Nach der Schlacht bei Mohäcs beförderte er als ein Hauptgegner Zäpolyas vorunlig die Wahl des österr. Erzherzogs Ferdinand zum König von Ungarn. Er starb 1535 in Theben bei Preßburg. — Stephan B. von Somlyb war unter dem eben erwähnten Zäpolya (als König Jo⸗ —* I.) Vaida oder Wojwode (Statthalter) von iebenbürgen. Sein Sohn Stephan B., geb. 1522, erst am Hofe Ferdinand I., dann im Dienste der Königin Isabella (Zäpolya), wurde 1571 zum ½ von Siebenbürgen migsthro fünf Jahre päter bestieg er den poln. Königsthron und wurde 1576 in Krakau gekrönt. Er regierte in Polen bis 1586. Des letztern jüngerer Bruder, Christoph B. von Somlys, war 1576—81 Fürst von Siebenbürgen. Er rief die Jesuiten ins Land und ließ auch seinen Sohn Sigismund durch mTchre erziehen. Dieser Sigismund B., schon zu Lebzeiten seines Vaters zu dessen Nachfolger bestimmt, vermählte sich 1595 mit einer Tochter des Erzherzogs Karl von Steiermark, des Oheims von Rudol II., vernachlässigte aber alsbald seine Gemahlin und übergab Siebenbürgen dem Kaiser Rudolf (1598). Er selber zog nach Oppeln, um in den geistlichen Stand zu treten, bereute aber bald wieder die Abtretun Iure v Fürstentums. Während die kaiserl. Kommisare noch in der Üübernahme des Landes begriffen waren, erschien er wieder verkleidet in Klausenburg, nahm dieselben gefangen und schickte den nachher berühmten Bocskai nach Prag zur Beschwichtigung des Kaisers. Plötzlich übertrug er die Regierung seinem Vetter, dem Kardinal Andreas B., der sich aber gegen den kaiserl. General Basta und den bHolken don walachischen Wojwoden Michael nicht halten konnte und 1599 ums Leben kam. Sigismund nahm nun selbst den verlaßen wieder ein, mußte jedoch, von allen verlassen, 1602 abdanken. Er starb in Prag 27. März 1613. Der letzte B. war Gabriel (Gabor), ein Sohn Stephans, Königs von Polen, welcher als Fürst von Siebenbürgen 1608 — 13 regierte. Wegen seiner Grausamkeit ½ „„ sich gegen ihn viele Großen sowie die siebenbürger Sachsen, sodaß es zum Kriege kam, in welchem Gabriel unterlag. Er mußte nach Großwardein entweichen, wo er 11. Okt. 1613 ermordet wurde. Der ungar. Romanschriftsteller Jösika hat den letzten B. zum Gegenstande eines vielgelesenen Romans gemacht. —Elisabeth B. (aus dem Eeseder Zweige), die berüchtigte Gemahlin des Grafen Franz Nädasdy, glaubte die Entdeckung gemacht zu haben, daß das Blut junger Mädchen die Haut verschöne. Sie bewog deshalb mehrere ihrer Dienstboten, ihr fort und fort junge Mädchen zu verschaffen, denen man zu den Bädern der Gräfin das Blut abzapfte. Nachdem bepel auf 1604 Witwe geworden setzte sie diesen Frevel au dem Schlosse Csejte im Neutraer Komitat fort. Das Verbrechen wurde erst ruchbar, nachdem mehr als 80 Mädchen von der Gräfin und ihren Helfershelern ermordet worden waren. Der Palatin Georg hurzo überraschte plötzlich die Gräfin in ihrem Schlosse und ertappte die Mörder auf frischer That. Während man Elisabeth zu ewiger Gefangenschaft verurteilte, wurden ihre Helfers elfer 7. Jan. 1611 lebendig verbrannt. Elisabeth B. starb 21. Aug. 1614, wahrscheinlich an Gift. Bathos (grch.), die Tiefe, aber auch die Höhe, je nach dem Standpunkte des Betrachtenden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 555Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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