FeedBeaufort
GeschichteBrockhaus 1882

Beaufort ist der Name eines berühmten Geschlechts in England, den es von einem chlosse in Anjou sohn 80 hat. — an Gaunt I. B., ein natürlicher Sohn Johanns von Gaunt aus ber Verbindung mit Katharina Swynford, wurde mit seinen Geschwistern später legitimiert und von Richard II. 1397 zum Grafen von Somerset, zur Würde eines Admirals und 1398 zum Marquis von Dorset erhoben. Als Heinrich IV. ihm den letztern Titel sentzog und das Parlament auf Restitution antrug, Oenzichtete er freiwillig Ina zu Gunsten seines iüngsten Bruders, Thomas des spätern Her305 von Exeter. Er starb 1410. — 9 II. Sohn des vorigen, wurde von Heinrich V. zum ersten Herzoge von Somerset ernannt un hinterließ 1444 eine einzige Tochter, Mar arete, aus deren 35 mit Edmund Tudor, Graf von Richmond, König Heinrich VII. hervorging. — Edmund B., Graf von Dorset und zweiter Herzo von Somerset, des vorigen Bruder, ord 916 100 nach dem Tode des Herzogs von Bedford Regent von Frankreich zu werden; doch wurde ihm Richard, Herzog von Hork, vorgezogen. Als 1445 dem Herzoge von ork die Regentschaft von neuem auf fünf au ain Mardar worden, wußte er es durch die Königin Margarete und deren Günstling, den Herzog von Suffolk, dahin zu bringen, daß Heinrich VI. sein Wort widerrief und 1447 B. die Verwaltun an genen 50 auftrug. Das Unglück der engl. Waffen gegen das erstarkende Frankreich und der Haß der Rivalen drohten ihm aber bei der Rückkehr nach England 1450 ver ängnisvoll zu werden. Die Gunst des Königs und der Königin hielt ihn Hreis9 eine Zeit lang aufrecht, aber nur um den Preis des bürgerlichen Kriegs, indem ihm als Vertreter der Roten Rose Richard von Nork als Haupt der Weißen Rose gegenübertrat. Er kam dabei vorübergehend in den Tower. In der Schlacht bei St.⸗Albans, wo 8.56 Richard 1455 die königl. Armee besiegte, blieb B. auf dem latze. Seine drei Söhne, Heinrich, Edmund un ohann B. suchten den Tod ihres Vaters an dem ause ork u rächen; die beiden erstern — — jedoch dabei felbst ihren Untergang; sie wurden im erlaufe des Kriegs (3. April 1463 und 6. April 147¹) auf Befehl Eduards IV. von ork ingerichtet. Mit Ras der ohne Leibeserben starb, erlosch die eheche Linie der Herzöge von Somerset aus dem Hause B. Ein aar Oon Sohn des bereits genannten Heinrich, Karl Somerset, wurde 1506 zum Baron Herbert von Ragland und 1514 zum Grafen von Worcester erhoben. Einer seiner Nachkommen, j— raf von Worcester, ward 1642 m Marquis von Worcester, und dessen Enkel, ury, 1683 von Karl II. zum Herzog von B. ernannt. Von letzterm stammen die gegenwärtigen engl. von B. ab. Jetzt Sher diesen Titel 2. Fede 10 es Fitzroy Somerset, Oberst a. D., geb. I. Febr. 1824, welcher 1853 seinem Vater, dem siebenten Herzoge, folgte. Heinrich von B., der zweite natürliche Sohn banns von Gaunt und der Katharine Swynford, rdinal und Bischof von Winchester und zeitweiliger Kanzler des Reichs, war in den Anergd ten Anantgen ra seiner Zeit thätig. Auf einer Reise zum dei igen Grabe 1417 unterstützte er auf dem Konzil zu Konstanz die Wahl Martins V., der ihn dafür zum Kardinal ernannte. Mit seinem Neffen König deinrich V. hatte er manche Konflikte. Als dieser ch —— des Kriegs mit Frankreich der Geistchkeit eine neue Auflage zumutete, war B. es vorzuglich, der sich dieser Maßregel widersetzte. Er organifierte 1427 in Deutschland den Kreuzzug ge⸗ * die Hussiten, nachdem er schon 1421 mit in öhmen gewesen war. Pyu. 1431 führte er den jungen König Heinrich VI. na Frankreich, um ihn in Varis trönen zu lassen. Ebenso war er neben Bedford eifrig, die Jungfrau von Orleans zu verderben. Vergeblich demühte er sich danach, seinen Nesfen Bedford mit dem Herzog Philipp dem Guten von Burgund zu versöhnen. Der thatkräftige, gewandte, reiche Kirchenfürst starb 11. April 1447, turz nach dem 98 en Tode seines ihm lange feindlichen dritten Neffen, Herzogs Humfried von Glocester, welcher ihm elbst ur 9* gelegt wird. Die Herzöge von B. in 565 reich stammen von der Geliebten Heinrichs IV., Gabrielle d'Estrees d.), indem der König aus Liebe zu dieser die eine Stadt Beaufort in Champagne, die ihrer milie erorde 1597 zum Herzogtum erhob. Be91˙ von B., der Enkel Gabrielles und Heinrichs IV. — Andere Grafen und Herzöge von B. oder Beauffort, die in Belgien Grafsce sind, entlehnten ihren Namen einem zur Grafschaft Namur gehörigen Schlosse. ùᷓ 13. Jahrh. hatte H. das Haus in vier Zweige, B. de Gones, B. de Fallais, B. de Celles und B. de Spontin, gespalten, von denen sich namentlich die Glieder des letztern Wienl. Bahemn Karl Albrecht von B., kaiserl. Wirkl. Geheimrat und Kämmerer, erhielt 10. Febr. 1746 die Bestätigung der gräfl. Würde und die Ernennung zum 60. mit Ater Rang. Sein Sohn Friedrich August Alexander wurde 1783 * Herzog von B. ernannt und 1814 von den Alliierten zum Generalgouverneur von Belgien eingesetzt. Er starb 22. April 1817 zu Brüssel als Obersthofmarschall des Königs der Niederlande. Sein Sohn und Erbe des Herzogstitels war Friedrich Ludwig Ladislaus, geb. 1809, welcher 10. Nov. 1834 kinderlos starb; üm folgte sein Bruder Alfred, geb. 16. Juni 1816, als Herzog.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 654Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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