Brunelleschi (Filippo di Ser), einer der größten Baukünstler Italiens, geb. zu Florenz 1377, hatte zuerst die Goldschmiedekunst gelernt, von dieser war er zur Bildhauerkunst, dann zur Baukunst übergegangen. Mit vielem Eifer trieb er mechan. und mathem. Studien, nebst welchen sein feuriger Geist mit Eifer sich in das neu erschlossene Studium der Antike vertiefte. Er wird als der erste genannt, welcher die Wissenschaft der Perspektive auf feste Regeln und zur Anwendung gebracht habe. Zugleich galt er als ein tüchtiger Ausleger des Dante. it dem berühmten Bildhauer Donatello ging B., gekränkt wegen seines Mißerfolgs bei der Konkurrenz wegen der Bronzethüren von San-Giovanni (1401), nach Rom. Hier widmete sich B. mit größtem Eifer dem Studium der alten Baudenkmale, wobei ein doppeltes Ban mevorschwebte: er wollte den Stil der antiken Baukunst wieder ins Leben einführen, damit die unnationalen Formen des der Aun Baustils durch das schulgerechte System der Antike verdrängt werden möchten, und die mechan. Kenntnisse der alten Baumeister sich wie—⸗ der zu eigen machen, damit es ihm möglich würde, die grandiose Kuppel des bis dahin unvollendeten Doms von Florenz auf Nebst den Schriften des Vitruv diente Im as Studium des Pantheon, der Thermen und anderer röm. Bauten dabei als Führer. Der florentiner Dom war 1296 gegründet und der Bau bis zur Kuppel fortgesetzt worden. Für diese aber wußte man keinen Rat, und in einer großen Versammlung von Baumeistern kamen nur die ungeschicktesten Vorschläge für die Ausführung zum Vorschein. B. entwickelte ebenfalls seine Ansichten über das Unternehmen. Als er sich aber dahin aussprach, daß er die Riesenwölbung ohne ein eigentliches Gerüst ins Werk richten und daß er gar statt Einer Kuppel deren zwei leine um die andere, die äußere als Schutzkuppel der innern) wölben wolle, verlachte man — als einen Thoren. Endlich aber siegte doch die Sicher0 seiner Üüberzeugung, die er zugleich durch den au zweier kleiner Kuppeln nach seinem System zu unterstützen wußte. Man übertrug ihm nach vielem Widerstreit den Riesenbau, den er auch vollendete. Zu den wichtigsten Bauwerken, welche B. außerdem in Floren am Lum und in denen er den antiken Basilikenstil zur Anwendung brachte, gesodan die Kirchen San-Spirito und San-Lorenzo, odann die Anlage des kolossalen Palastes Pitti, nach dessen System sich der schöne toscan. Palastbau des 15. Jahrh. zunächst noch mit Beibehaltung mancher mittelalterlicher Reminiscenzen entwickelt hat. Sein Relief für die Bronzethür von San-Giovanni in Florenz befindet sich neben dem von dem Sieger Ghiberti im Nationalmuseum daselbst und stellt die Opferung des Isaak vor. Außerdem rührt von ihm ein großes, in Holz geschnitztes Kruzifix in Sta.⸗Maria Novella zu Florenz von hoheitsvoller Würde her. B. starb zu Florenz 1444.