Brunet de Presle (Charles Marie Wladimir), anz. Hellenist, geb. 10. Nov. 1809, studierte klasische Philologie, widmete sich dann aber vorzugsweise dem Reugriechischen und gab bereits 1828 eine neugriech. übersetzung von Larochefoucaulds Maximeso heraus; 1842 schrieb er Recherches sur les établissements des Grecs en Siciled (Par. 1846), wofür ihm ein Preis der Acadeémie des Inscriptions, und 1846 L'examen critique de la succession des dynasties égyptienneso (Par. 1850), wofür ihm eine ehrenvolle Erwähnung zuteil wurde. Nach dem Tode Letronnes (1848) wurde ihm die Fortsetzung und Vollendung der von diesem vorbereiteten Herausgabe der griech. Papyrusrollen aus Agypten übertragen, die dann unter dem Titel Les Papyrus grees du musée du Louvre et de la bibliothègue impérialen (nebst Atlas von 52 faksimilierten Blättern, Par. 1865) erschienen. Das Studium dieser Papyrusrollen und die Entdeckungen Mariettes (s. d.) veranlaßten ihn zu der Monographie du Sérapéon de Memhisv, welche in den Mémoireso der Académie des nscriptions erschien. Nach dem Tode Walckenaers (1852) wurde er Mitglied dieser Akademie und nach dem Tode des Hellenisten Karl Benedikt Hase (1864) Professor des Neugriechischen an der Ecole des langues orientales. B. starb 12. Sept. 1875 zu Parouseau im Depart. Seine-et-Marne.