Buonvicino (Alessandro, angeblich wegen seiner Hautfarbe il Moretto genannt), berühmter ital. Maler, geb. um 1500 in Brescia, wo er 1547 noch in voller Blüte wirkte. B. verband die Neigung der Maler der Venetianischen Schule für kraftvolle Erscheinungen und prachtvolles Kolorit (worin ihm insbesondere Tizian vorleuchtete) mit dem idealern Streben der Römischen Schule nach Rafaels Vorgange. Er zeichnet sich durch eine großartige Ruhe in seinen meist umfangreichen Altarbildern aus, in denen vornehmlich die weiblichen Patermn gelungen sind. Der größte Künstler seiner Vaterstadt, hat B. dieselbe mit zahlreichen Werken geschmückt, so durch die großartige Krönung der ungfrau in San-Na⸗ „betrachtete seine Kunst als eine Art Gottesverehrung und bereitete sich mit Beten und der v zu der Inangriffnahme seiner religiösen Bilder vor. Berlin besitzt eine Perle in B.s Bilde der heil. Anna mit Maria, dem heil. Kinde und zwei Stiftern; Wien ein Kleinod an dem Bilde der heil. Justine im Belvedere. Auch im Städelschen Institut in rankfurt, in Dresden und in der Eremitage zu etersburg ist B. vorzüglich vertreten, welcher in iov. Bat. Morone einen ausgezeichneten Porträtisten heranbildete.