Buchon (Jean Alexandre), franz. Geschichtsforscher, geb. 21. Mai 1791 zu Maneton-Salon im Depart. Cher, widmete sich zu Paris den Wissenschaften und nahm als Mitarbeiter an verschiedenen liberalen Zeitschriften teil an der Bekämpfung der Restauration. Er ward deshalb von der Regierung vielfach verfolgt und auch seine Schriften, wie Vie de Tasse (1817), mit Verbot belegt. Im J. 1821 schie er im Athenäum Vorlesungen über die Gechichte der dramatischen Kunst in England, und während der folgenden Jahre durchreiste er den größten Teil Europas, um eine Sammlung der mittelalterlichen Quellenschriften zur Geschichte seines Vaterlandes vorzubereiten. Nach seiner Rückkehr begann er die Collection des chroniques nationales frangaises, écrites en langue vulgaire du XIII' au XVI' siècles (47 Bde., 1824—29), die er mit den «Chroniques de Froissarto (15 Bde., 1824—26) eröffnete. Eine große Anzahl von Chroniken und andern Quellen für die Geschichte Frankreichs begleitete er mit litteraturgeschichtlichen und biographischen Erörterungen für das Panthéon littéraired. Einen Teil dieser letztern Sammlung bilden auch die von ihm bearbeiteten Chroniques étrangères relatives aux expéditions françaises pendant le XIIIL siècles (1840). Außerdem suchte er durch die ESquisse des principaux faits de nos annales nationales du XIIIꝰ au XVIIé siècle (1840) in das Studium und die Benutzung der ward B. vom Minister Martignac mit der Inspektion sämtlicher Archive und öffentlichen Bibliotheken Frankreichs beauftragt, 1829 zum Generalinspektor der Departemental⸗ und Kommunalarchive ernannt, aber kurz nachher beim Eintritt des Ministeriums Polignac wieder entfernt. Seit dieser Zeit lebte B. unabhängig seinen Studien und litterarischen Arbeiten in Paris, wo er 29. April 1846 starb. Außer einer «Histoire populaire des Françaiso (1832) veröffentlichte er über seine im Interesse der Wissenschaft in die Schweiz und Baden sowie später 1840 nach Griechenland unternommenen Reisen die Werke „Quelques souvenirs de courses en Suisse et dans le pays de Bade (1836) und (La Grêce continentale et la Moréen (1843). Nach Griechenland führten ihn besonders seine Studien über die während und nach den Kreuzzügen von den Franzosen dorthin unternommenen Expeditionen, über welche er in den „Recherches et matériaux pour servir à une histoire de la domination française dans les provinces démembrées de L'Empire Grec (1840), in den Nouvelles recherches historiques sur la principauté française de Morée (3. Aufl., 2 Bde., 1843—44) und besonders in der unvollendet gebliebenen istoire des conquétes et de l'établissement des Français dans les Etats de L'ancienne Grèce sous les Ville-Hardoin (Bd. 1, 1846) teils gelehrte und gründliche Untersuchungen, teils wichtige und meist noch ungedruckte Quellenschriften mitteilte.