FeedChampollion-Figege (Jean Jacques)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Champollion-Figege (Jean Jacques), angesehener franz. Altertumsforscher, Bruder des vorigen, geb. 5. Okt. 1778 zu Figeac, war anfangs Stadtbibliothekar zu Grenoble, dann Professor der griech. Litteratur und Dekan der philol. Fakultät daselbst. Als die letztere IeCteleer ward, ging er nach Paris, wo er 1828 die Stelle eines Konservators der Abteilung für die Handschriften der franz. Geschichte an der königl. Bibliothek erhielt und an der Neugestaltung der Ecole des Chartes teilnahm, an der er zugleich eine Professur erhielt. Nach der Februarrevolution von 1848 wurde er seines Amtes entsetzt, aber 1849 von Ludwig Napoleon zum Bibliothekar in Fontainebleau ernannt. In seinen frühern Schriften erläuterte er vorzugsweise die Altertümer der Dauphiné. Angeregt durch den Vorgang seines Bruders, richtete er seine Studien auch auf Agypten, beschränkte sich aber vorwiegend auf die Untersuchung der griech. Quellen. Es gehören hierher die Annales des Lagideso (2 Bde., Par. 1819). Seit seiner Anstellung in Paris widmete er sich hauptsächlich dem Studium der ihm anvertrauten Urkunden und Quellenschriften zur Geschichte Frankreichs, von denen er eine große Anzahl in den Documents inédits tirés des collections manuscrites de la bibliothèque royalen (4 Bde. Par. 1841—50) herausgab. Hieran reiht sich noch die wertvolle paläographische Arbeit Chartes latines sur papyrus du VIé siècler (Par. 1837, Fol.). Zu Silvestres Prachtwerke, der «Paléographie universellen (4 Bde., Par. 1839—41, mit 600 Kupfern, in Fol.; engl. von Madden, 2 Bde., Lond. 1850), lieferte C. den Text. C. starb 9. Mai 1867.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 179Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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