Buckingham, Buckinghamshire oder Bucks, eine der mittlern Grafschaften Englands, von 1889,85 akm mit (1881) 176277 CE., im Süden von der Themse, im übrigen von den Grafschaften Berkshire, Middlesex, Hertford, Bedford, Northampton und Oxford begrenzt, genannt nach den Buchenhainen, womit das Land früher ganz bedeckt war. Die der Kreidebildung angehörigen, im Jvanhoe Beacon bis 276waufsteigenden Chilternhügel scheiden die Grafschaft in einen Nordwest⸗ und einen Südostteil. Westlich von jenen Hügeln liegt die I. von Aylesbury, einer der detehtd Weidebezirke Englands. Weiter im Rorden besteht der Boden aus Thon, Kies und Sand und ist wenig ergiebig. Südlich von den Hügeln kommt in einigen Niederungen fruchtbarer Lehmboden vor. Die screie ader mn hier die Colne und Thame, beide fischreich, aber nur erstere auf kurzer Strecke schiffbar. Durch die Themse und mehrere Kanäle, namentlich den Grand-Junction-Kanal, sowie durch Eisenbahnen ist B. mit London und den Küsten in Verbindung gesetzt. Etwa die Hälfte der Bodenfläche ist angebaut, die andere besteht aus Grasland. Ackerbau und Viehzucht sind die Haupterwerbszweige. Von Wichtigkeit ist die Schaf⸗, Schweine⸗ und Geflügelzucht und die Viehmästung. Bergbau fehlt, und der Mangel an Kohlen erklärt die geringe Fabrikthätigkeit, welche sich auf mamfartur eft Spitzen⸗, Papier⸗ und Strohhutmanufaktur beschränkt. Bie Hauptstadt ist Aylesbury (s. d.); 5 Em nordnordwestlicher liegt an der lamentsborough, früher ein Waffenplatz, mit 3585 E., einer Lateinschule, einer Handwerkerinstitution, einer 1708 erbauten Kirche mit Rafaels Verklärung, Ackerbau und Spitzenklöppelei. In der Nähe befindet sich der berühmte Landsitz und Park Stowe (s. d.) des Herzogs von B. Als erster Graf von B. wird Walter Giffard erwähnt, der von Wilhelm dem Eroberer mit dieser Grafschaft belehnt wurde, die aber, da Giffards Sohn ohne männliche Na kommenschaft starb, der Krone wieder anheimfiel. Nach längerer Erledigung kam dieselbe 1377 an Thomas von Woodstock, der 1385 zum Herden von Gloucester erhoben und 1397 ermordet wurde. Derselbe hinterließ einen Sohn, Humphrey, Grafen von B., gest. 1399, und zwei Töchter, von denen die älteste, Anna, sich mit Edmund, Grafen von Stafford, vermählte, der 1403 in der Schlacht bei Shrewsbury blieb, und dessen Sohn Humphrey 1444 durch Heinrich VI. zum Herzog von B. ernannt wurde. Da Herzog Humphrey 27. Juli 1460 in der Schlacht von Northampton Stafio wurde und sein Sohn Humphrey, Graf von tafford, schon 1455 bei St.⸗Albans gefallen war, so erbte fein Enkel Henry den Herzogstitel. Dieser unterstützte die Pläne des Herzogs Richard von Gloucester zur Erlangung des Throns und wurde, nachdem derselbe König geworden, mit Belohnungen aller Art überhäuft, trat aber, als der König seine Forderungen auf die Erbfolge im Hause Hereford nicht beachtete, auf die Seite des Grafen Heinrich von Richmond, suchte seine Ansprüche mit bewaffneter Hand abnigs zu machen, geriet aber in die Hände des Königs, der ihn 1483 enthaupten ließ und seine Güter konfiszierte. Sein ältester dlchen Edward, wurde von Heinrich VII. in die väterlichen Besitzungen und Titel wieder eingesetzt; auch erlangte er Heinrichs VIII. Gunst und wurde von diesem zum Großconnetable ernannt. Durch seinen Feind, den Kardinal Wolsey, des Hochverrats angeklagt, ward er zum Tode verurteilt und 17. Mai 15²¹ — London enthauptet. Sein Sohn Henry erbte zwar den Titel des Grafen von Stafford, nicht aber den des unalm von B. Erst 1617 ernannte Jakob I. seinen Günstling George Villiers zum Marquis und 1623 zum Herzog von orr Witllers (. d.). Nachdem der Sohn desselben, Georg Villiers von Buckingham (. d.), 1688 ohne Erben gestorben, erhielt John Sheffield, Marquis von Normanby und Graf von Mulgrave, 1703 den Titel eines Herzogs von Buckinghamshire . d.), der mit seinem Sohne Edmund 1735 erlosch. Hierauf ward 1746 an John, Lord Hobart, der Titel eines Grafen von Buckinghamshire verliehen, der noch jetzt in der Person des sechsten Grafen, Augustus Edward, geb. 1.Nov. 1793, Eemoletc⸗ Im J. 1784 aber wurde George, Graf Temple (geb. 1753, gest. 11. Febr. 1813), aus der Familie Grenville, die ihren Stammbaum auf Isabel, Gattin Richard Grenvilles und Tochter Walter Giffards, ersten Graf von B., zurückführt, zur Würde eines Marquis von B. erhoben, die er auf seinen ältesten Sohn, Richard, geb. 20. Marz 1776, vererbte, während der jüngere Sohn George, den Titel Lord Nugent erhielt. Richard, Marquis von B., Lord-Lieutenant und Custos rotulorum der Grafschaft Bucks, vermählte sich 10. April 1796 mit Anna Eliza, welche, als Erbin James Brydges', des dritten und letzten Herzogs von Chandos, in weiblicher Linie von dem Königsgeschlecht der Plantagenet abstammte, ward 4. Febr. 1822 zum Herzog von B. und Chandos erhoben und starb auf seinem Schlosse Stowe 17. Jan. 1839. Ihm folgte sein einziger Sohn, Richard Plantagenet, zweiter Herzog von Buckingham (s. d.) aus dieser Familie.