Bukowina (d. h. Buchenland), ein zum cisleithanischen Teile der Osterreichisch-Ungarischen Monarchie u W. 50n erzogtum, wird im N. von Galizien, im W. von sesem, von Ungarn und Siebenbürgen und im S. und O. von der Moldau begrenzt, umfaßt 10451 qkm und wird größtenteils von Gebirgen durchzogen, welche den Karpaten angehören und im Inien (Kuhhorn) 2181, im Dsumalen 1191 m erreichen. Die Gewässer des Landes ergießen sich in das Schwarze Meer. Die feiger sind teilweise im Sommer wasserarm, überteigen hingegen im Frühlinge und nach starken Regengüssen ihre Ufer und richten dann arge Verheerungen an. Dnjestr und Pruth berühren den nordöstl. Teil; Sereth, Suczawa und Moldawa haben hier ihren Ursprung; den südlichsten Teil durchfließt die Bistritz, die Goldene genannt, weil sie Goldkörner mit sich führt. Das Land hat zwar ein rauhes, aber gesundes Klima mit strengen Wintern. Doch ist es im allgemeinen äußerst fruchtbar und besitzt schätzenswerte Reichtümer in den Steinsalzlagern (namentlich bei Kaczika) und Eisenerzen, in den kräftigen, weitausgedehnten Forsten, üppigen Getreidefluren und fetten Wiesen, in dem blühenden Bestande einer trefflichen Viehzucht und einer allgemein verbreiteten Bienenzucht. Die Bevölkerung belief sich (1880) auf 569599 Seelen (284467 männlichen, 285 132 weiblichen Geschlechts), die in 7 Städten, 8 Märkten, 456 Dörfern verteilt sind, während sie zur Zeit der Einver-Diefeno in Osterreich (1775) 75000 Seelen zählte. Dieselbe gehört der Abstammung nach zu 42 Grgs. der ruthen., zu 37 Proz. der ostroman. (mo dauischen) Nationalität an, neben welchen sich noch 8 Proz. Deutsche, 1 Proz. Polen, 1½ Proz. Magparen, 9½ Proz. Juden, ½ Proz. Armenier und Proz. Czechen vorfinden. Die vorherrschende Religion ist die nichtuniert-griechische, * welche in der Landeshauptstadt Czernowitz (s. ein Erzbischof seinen Sitz hat, der den Vorsitz im griech.⸗ orient. Kirchenkongreß (24 geistliche, 24 weltliche Mitglieder) führt. Außerdem sind 10 ½ Proz. der Einwohner römisch-katholisch, 3¼ griechisch⸗-uniert, 2½ evangelisch und 9½ Proz. Juden. Etwa 94 Proz. der enehn des Landes können zum roduktiven Boden gerechnet werden; doch entfallen rren an 47 Proz. ef die Waldungen. Der ckerbau, welcher am besten in den nordöstl. Geert jährlich 1 200000 hl Getreide, namentlich ais, 700000 hl Kartoffeln und 2240000 K Flachs und Hanf. Der Viehstand belief sich na der Aufnahme von 1877 auf 42 729 Pferde, deren Zucht durch das Militärgestüt in Radautz gefördert wird, 224 424 Stück Rindvieh, 217913 Schafe, 18 786 Ziegen, 133 385 Schweine und 27091 Bienenstöcke. Der Bergbau lieferte (1877) 23650 metr. Ctr. Eisenerz, 6102 metr. Ctr. Kupfererz, 18 587 metr. Ctr. Braunstein und 16091 metr. Ctr. teils Stein⸗, teils Sudsalz, zusammen im Geldwert von 193638 Fl. österr. Währung. Die gewerbliche Industrie ist erst im Entstehen; am ausgedehntesten ist noch die Branntweinbrennerei. Der Handel, welcher sich großenteils in den Händen der Juden und Armenier befindet, beschränkt sich fast ausschließlich auf Rohprodukte, wie Getreide, Schlachtvieh, Holz, Rohhäute, Wolle und Pottasche. Von Wichtigkeit — der Grenzverkehr nach der Moldau und Bessarabien und der Transithandel. Die Einrichtung des Schulwesens in der B. ist das Verdienst Kaiser Josephs II., der deutsche Hauptschulen in Czernowitz und Suczawa und 30 Trivialvolksbenbin errichten ließ. Die Lehrer kamen aus Sieenbürgen und mußten neben der rumän. Sprache auch der deutschen mächtig sein. Daß der Schulwang, welchen er einführte, später wieder aufgeboben wurde, hinderte die stetige Entwickelung der Lehran Kultur. Die B. besitzt eine griech.⸗theol. ehranstalt in Czernowitz, drei Gymnasien und (1872) 167 Volksschulen. Seit 1875 besitzt Czernoerfassung und Verwaltung: Der Landtag der B. besteht (nach der Landesordnung vom 26. Febr. 1861) aus 31 Mitgliedern, nämlich aus dem Erzbischofe, 10 Abgeordneten des großen Grundbesitzes, 5 Abgeordneten der Städte, 2 Abgeordneten der Handels⸗ und Gewerbekammer und 12 Abgeordneten der Landgemeinden, wozu seit 1875 noch der Rektor der Universität kommt. In das Abgeordnetenhaus des allgemeinen österr. Reichstags entsendet die B. neun Vertreter. Die obere Leitung der innern Administration des Landes ist der Lan-Der Mm in Czernowitz überwiesen. Bezüglich der Ausübung der Gerichtsbarkeit untersleht dagegen die B. dem Oberlandesgerichte in Lemberg und ebenso hinsichtlich der Militärverwaltung dem dortigen Landesgeneralkommando. Das Herzogtum wird eingeteilt in 8 Bezirkshauptmannschaften, außer der selbständigen Landeshauptstadt; sie hat 2 Landes⸗ und 15 Bezirksgerichte. Die B. war im Mittelalter der eigentlich histor. Boden der Moldau und das Herz der Ansiedelung. In der B. liegt die alte Hauptstadt Suczawa, das Kloster Putna mit den Farstengräbern und überhaupt die ansehnlichsten und ältesten Klöster der Moldau. Die B. kann nicht zu Siebenbürgen gehört den, noch von Stephan VI. 1482 erobert worden ein, wie österr. Geschichtsbücher behaupten, da sich schon 1412 ein in Lublin zwischen Wladislaw Jagello von Polen und Sigmund von Ungarn abeschlossener Vertrag vorfindet, welcher ein gemeinames Vorgehen gegen Alexander I. (1401 —33 und eine Teilung gerade der B. statuiert, die jedo nicht zu Stande kam. Im russ.⸗türk. Kriege 1769 von den Russen occupiert, wurde sie 1775 an Osterreich abgetreten und 1786 als Czernowitzer Kreis mit Galizien vereinigt, 1849 aber zum selbständigen Kronlande erhoben. Vgl. Heimatskunde der B.» (Czernowitz 1872).