Bulgarische Sprache, ein ande der südslaw. Sprachen (neben dem Serbischen und e Undontt 10. die mit dem Russischen zusammen die südöstl. A teilung der slaw. Sprachfamilie bilden. In der Geschichte der bulgar. Sprache Pe man drei voneinander nicht scharf geschiedene Perioden anzunehmen: das Altbulgarische, zuerst in der Litteratur angewendet in der zweiten Hälfte des 9. Jahrh. von Cyrill und Method und seitdem zur Kirchensprache der griech.ath. Slawen geworden (s. Kirenslawisch); aus diesem entstand das Mittelbulgarische, schon in Handschriften des 12. daban nachweisbar, daraus das heutige Neuulgarische. Das letztere ist gegenüber den andern lebenden slaw. Sprachen sehr verfallen, hat z. B. die Deklination so gut wie ganz verloren und bildet seine Kasus mit Hilfe von Präpositionen, wie die roman. Sprachen. Das Neubulgarische wird mit dem cyrillischen Alphabet im Anschluß an das Kirchenslawische geschrieben, 525 herrscht bisjetzt das größte Schwanken in der Orthographie. Das beste Hilfsmittel zum Erlernen der heutigen Sprache ist Cankof, 4Grammatik der bulgar. Spracher (Wien 1852; mit lat. Schrift und konsequenter Orthographie). Ein Wörterbuch gab heraus J. A. Bogoroff unter dem Titel: Erenskobulgarski i bulgarsko-frenski réöniko (Bulgar.⸗ franz. und franz.⸗bulgar. Wörterbuchv, Wien 1869; mit cyrillischer Schrift, ich unvollkommen). Die Litteratur des Neubulgarischen ist noch in den ersten Anfängen. Von Wichtigkeit ist der große Schatz bulgar. Volkslieder. Sammlungen derselben veranstalteten: die Gebrüder Miladinov, Bulgarski narodni péêsnio (Agram 1861; zum Teil übersetzt von G. Rosen in Bulgar. Volksdichtungenv, Lpz. 1879; vgl. auch dessen Buch „Die Balkanhaidukeno, Lpz. 1878); Verkovicz, Narodne pesme makedonski Bugaras (Bd. 1, Belgr. 1860); A. Dozon, Chansons populaires bulgareso (Text mit franz. Übersetzung, Par. 1875). Vgl. zur Bibliographie J. K. Jirecek, «Bibliographie de la littérature moderne 1806—705 (Wien 1872).