Bzura, ein Flüßchen im europ.⸗russ. Gouvernement Warschau, entspringt in der Nähe von Zgierz und ergießt sich Wyszogrod gegenüber in die Weich⸗ — Die Breite der B. ubersteigt nicht 60 m, die ist, daß die B. in ihrem untern Laufe von 1793—9⁵ die Grenze zwischen Preußen und Polen bildete. C., der dritte Buchstabe unsers Alphabets, ist aus dem 4 Stlle im 1 Zeichen D g entstanden, daher seine Stelle im Alphabet (die des griech. Y. Im ältesten lat. Alphabet wurden die Laute g und K in der Schrift nicht unterschieden, sondern beide mit dem g-Zeichen geschrieben, später das einheitliche * en differenziert, und die besondere Abart e fur den k-Laut angewendet. Die Römer sprachen nämlich in allen Fällen, auch vor e und i das o wie k, also Cicero wie Kikero. In den roman. Sprachen hat das e vor den weichen Vokalen (e, i) verschiedene Veränderungen erlitten im Italienischen ist es zu tsch, im Spanischen un Ie Derbinan zu s in der Aussprache geworden. Die Verbindung ch kommt im Lateinischen ursprünglich gar nicht vor, sondern drückt nur das griech. chi aus; in den roman. Sprachen hat es mehrfache Verwendung: im dueen (Ruch bedeutet es K vor e und i, z. B. chiesa (Kirche) = kiesa, im schen Alphab sch, im Spanischen tsch. Im deutschen Alphabet kommt außer in der Verbindung ch und ck das cnur in Fremdworten vor und wird dann vor Konsonanten, vor a, o, u wie k, vor e, i, à, ö wie 2 I Rait In der Musik wird O (ital. und frz. ut, engl. ebenfalls CWals Grundton des Tonsystems angesehen. (S. Ton und Tonarten.) Ferner be eichnet man mit einem Halbzirkel oder lat. C den Vierviertel⸗ und, wenn es durchstrichen ist (C), denZweizweiteltakt, in Frankreich O-barrs genannt. Es wurde nämlich vormals das dreiteilige Taktmaß (tempus perfectum) durch einen ganzen, das zweiteilige (tempus imperfectum) durch einen halben Kreis angegeben, woraus im Laufe der Zeit sich ein Obildete. Endlich bezeichnet Oauch den Notenschlüssel (s. d.) für die tiefere Hälfte der Töne des Tonsystems, den sog. Baßschlüssel. Als Abkürzungszeichen für Wörter und Formeln wird C vielfach gebraucht; namentlich geschah dies bei den alten Römern. Bei Abstimmungen im altröm. Strafprozeß bedeutete die mit C bechriebene en Soyst soviel als condemno, d. i. ich verurteile. Sonst bezeichnet O in röm. Inschriften, Handschriften, auf Münzen u. s. w. die Namen Caesar, Cajus, Cassius, Claudius, oder die Wörter Consul, Censor, Comitia, Colonia, Civitas, Centuria, Cohors, Conscriptus, Conjux u. s. w.; als röm. Zahl ** bedeutet C: centum (100). — In der Phy ik bedeutet C die Centesimal⸗(hundertteilige) ober Celsius-Skala des Thermometers. In der Chemie ist C das Zeichen für Kohlenstoff. In der Mathematik bezeichnet C die beständige konstante) Größe; e steht für Kubik, z. B. cem für Kubikcentimeter. In Handelsbüchern heißt C soviel als Cavital, Courant, Conto u. s. w.; auch steht es für Centimes, Cents u. s. w. Auf ältern preuß. Münzen bezeichnet Odie Münzstätte Kleve, auf neuern aber seit 1866 sowie seit w1872 auf deutschen Reichsmünzen die Münzstätte Frankfurt a. M.; auf österreichischen steht es für Prag auf französischen früher für St.⸗Lõ, später für Caen. in neuerer Zeit für Lille. ißt, sind unter K aufzusuchen. V., bei naturwissens chaftlichen Bezeichnungen Abkürzung für Cuvier (George). a, chem. Zeichen oder Symbol für Calcium. Cab (engl.), vierräderige, viersitzige Droschke; das zweiräderige, zweisitzige C. heißt Hansom (s. d.). Cabal (Cabalministerium) wird die Kommission in dem Geheimen Rat Karls II. von England genannt, welche ihm seit 1669 bei seinem Versuch, den Absolutismus der Krone und die Herrschaft der kath. Kirche in England herzustellen, zur Seite stand. Mitglieder waren Thomas Clifford (s. d.), Graf ham (l. d. (s. u. Bennet), der Herzog von Buckingham (s. d.), Ant. Ashley später Graf von Shaftesbury (s. d.), der Herzog von Lauderdale (s. d.). Die Anfangsbuchstaben ihrer Namen bilden jenes Wort, das die auf einen Krieg gegen Holland und die Untergrabung des Parlaments und der engl. Kirche gerichteten Intriguen und geheimen Saart der Minister vortrefflich charakterisiert. (S. Karl II. und Großbritannien.) Caballaria (vom lat. caballus, d. h. Pferd), in Frankreich und Aragonien während der Farneen ein Grundbesitz, auf welchem die Cabalcata lag, d. h. die Verbindlichkeit der Vasallen, dem Lehnsmuen Heeresfolge zu leisten; dann die in Grundtücken bestehende Vergütung eines Ritters; daher Caballarius (span. Caballero, Rittero), wovon das Wort Kavallerie stammt. Caballeria, au Cavalleria, ein s Jand, aovons großes Feldmaß von 60 Fanegas Land, also von 552 960 Quadratvaras = 38,6374 ha. Sie war auch und ist zum Teil noch in den amerik. Besitzungen Spaniens gebräuchlich, wo sie aber eine andere Größe annahm und nicht überall das Nämliche bedeutete: gemeinhin ist hier (so auf Cuba) die C. ein Maß von nur 186 624 Quadratvaras oder 20½ Landfanegas = 13,41 ha, in den àRaß mittelamerik. Freistaaten aber ein größeres Maß von 6⁴ Manzanas, 640000 Quadratvaras oder 1,1574 castilischen C. = 44, 72 ha, sodaß dort 108 C. 125 castilischen C. Der Name des in Rede stehenden Ackermaßes, von caballo (Pferd) abgeleitet (vielleicht mit Beziehung auf die Arbeit des flügens), stammt daher, daß er ursprünglich überhaupt den Ländereien beigelegt wurde, welche die Könige von Spanien nach Erwerbung der westind. Besitzungen unter diejenigen verteilen ließen, die an der Eroberung teilgenommen hatten und dort sich ansiedelten. Caballero (span.), Ritter (s. unter Caballaria), Kavalier (I. d.). Caballero (Don Fermin Agosto de), hervorragender span. Schriftsteller und Staatsmann, eb. zu Barajas de Melo in der Provinz Cuencg 7. Juli 1800, studierte Jura, nebenbei Geographie Ge-Radri und Litteratur und ward 1823 Advokat zu adrid. Er huldigte liberalen Ideen und mußte daher während der Regierung Ferdinands VII. eine desen Stu Zuflucht in der Provinz e Lon Erst nach essen Sturz begann seine öffentliche aufbahn: er gründete 1833 die liberale Zeitung Boletin de comercios, die sofort unterdrückt wurde. 1834 aber bereits unter dem Namen Eco del comercio wiedererscheinen durfte. C. erhielt eine Geschichtsrofessur an der madrider Hochschule, ward verschredenemal Abgeordneter, einmal Alcalde von Madrid und zweimal Minister, und zwar de la Gobernacion del Reino. e J. 1860 wurde er in die Geschichtsakademie au enommen. Er starb 17. Juni 1876 zu Madrid. C. hat eine beträchtliche Anzahl wissenschaftlich bedeutender Prosawerke verfaßt: Fisonomia natural y politica de los diputados A Corteso (1836), El Gobierno y las Cortes del Estatutop (1837), Pericia geografica de Cervantes v (1840), (Diceionario manual geograficoadministrativo de la Monarquia espanolas (1844 u. s. w. Seine letzten Werke waren „Biografia del Dr. Don Vicente Asueron (Madr. 1873) und «Conquenses ilustres (4 Bde., Madr. 1875).