Broglie, eigentlich Broglio oder Broglia, eine alte ½ Familie, aus der sich General Frangois Marie Graf von B., gest. 1656, in Frankreich niederließ; dessen Sohn Victor Maurice focht mit Auszeichnung unter Ludwig XIV. und * als Marschall 1727. Sein Sohn Frangois Marie, Herzog von B., Marschall von Frankreich, geb. u Paris 11. Jan. 1671, nahm seit 1689 an allen eldzügen in den Niederlanden, Deutschland und talien ruhmvollen Anteil und stieg 1734 zum arschall auf. Im sterreichischen Erbfolgekrieg zog er sich dadurch, daß er das Heer auf die franz. Grenzen zurückführte, die Unzufriedenheit des Hofs zu. Nachdem ihm 1742 die erbliche Herzogswürde verliehen worden war, starb er 22. Mai 1745. Victor Frangois, Herzog von B., sein ältester ruich, seit Okt. 1759 ebenfalls Marschall von rankreich, geb. 19. Okt. 1718, begann in den militärische Laufbahn, und zeichnete sich 1741 beim Überfall von Prag aus, focht dann in Flandern und wurde 1748 Generallieutenant. Im Siebenjährigen Kriege kämpfte er 1757 unter d'Estrées bei Hastenbeck und unter Soubise bei Roßbach und als Oberbefehlshaber 13. April 1759 bei Bergen. Zur Belohnung für den hier erfochtenen Sieg ward er vom Kaiser 28. Mai 1759 zum deutschen eichsfürsten ernannt, und erstürmte Minden 9. Juli. Mißhelligkeiten zwischen ihm und dem von der Pompadour begünstigten Soubise veranlaßten aber seine Beim Ausbruc und die Verweisung vom + Beim Ausbruch der Revolution ernannte ihn udwig XVI. 1789 zum Kriegsminister. Er befehligte die Truppen, welche Paris im Zaum halten sollten. Als jedoch der Abfall derselben alle seine beabsichtigten Maßregeln vereitelte, wanderte er aus. In dem Feldzuge von 1792 stand er an der Spitze einer Abteilung Ausgewanderter und 1794 errichtete er ein Korps im brit. Dienste. Nach der Auflösung desselben trat er 1796 in russ. Dienste, zog sich aber später ganz aus dem Rrr 18. Leben zurück und starb in Münster 29. März 1804. Charles Frangois, Graf von B., zweiter Sohn des ersten Herzogs, geb. 20. Aug. 1719, 1100 unter seinem vorgenannten Bruder mit Auszeichnung in Deutschland, verteidigte 1761 Kassel gegen den Grafen Lippe, und wurde von Ludwig XV. mit der 2 7 seines geheimen Ministeriums beauftragt. Obgleich er das schwierige Geschäft mit vieler Gewandtheit führte, entstanden doch, da dieses geheime Ministerium dem öffentlichen nicht selten geradezu entgegenwirkte, die größten Verwirrungen. Er ward deshalb vom König der Form nach verbannt, zugleich aber insgeheim beauftragt, in der Verbannung seine XI. ha wie zeither fortusetzen. Unter Ludwig XVI. hatte er keine An-Ruungz er starb 1781. Claude Victor, Prinz von B., der Sohn des Herzogs Victor Frangois von B., geb. 1757, vertrat als Mitglied der Nationalversammlung die deen der Revolution. Nach der Auflösung der Versammlung erhielt er eine Anstellung bei der Rheinarmee. Als er sich aber weigerte, die Dekrete vom 10. Aug. 1792 anzuerkennen, wurde er außer Thätigkeit gesetzt, später vor das Revolutionstribunal gefordert und 27. Juni 1794 guillotiniert.