FeedBurano
ErdkundeBrockhaus 1882

Burano, Stadt auf einer der Laguneninseln Venedigs, 9kmeim NO. der Stadt Venedig, zählt (1881) 4492 (als Gemeinde 6828) E., welche Fischerei und Schiffbau, Seilerei und Zwirnspitzenfabrikation betreiben. Die Stadt besitzt eine sehenswerte 1— und schöne Paläste. uräten oder Burjäten, ein mongol. Nomadenvolk, welches sich in mehrere Stämme teilt und im Teile des ine Gouvernements Irkutsk in Ostsibirien und in Transbaikalien in weitem Umkreis um den Baikalsee wohnt, von der ö chines. Grenze bis zum Flußgebiet der obern Lena nordwärts und vom Onon westwärts bis zu dem Angarazufluß Oka. Am zahlreichsten sind die transbaikalischen in den Thalebenen der Uda, am Onon und an der Selenga. Die B. diesseit des Baikal⸗⸗ ban sind unter russ. Einfluß teilweise bereits Ackervauer, 1.— dem Christentum sich zuwendend; die Iube; des Baikal stehen den nördl. Mongolen sehr nahe. Die Gesamtzahl der russischen V. beträgt egenwärtig ungefähr 208000, von denen 122000! n Transbaikalien, 86 000 im Gouvernement Irkutsk wohnen. Sie gleichen im allgemeinen an r Körperbildung den Kalmücken, haben ein glattes, fleischiges Gesicht, eine untersetzte, ziemlich gedrungene Gestalt, bewegliche und feingebaute Glieder, nach der Nase zugeneigte Augen, schmale, huanpfe, und flachgewölbte Augenbrauen, eine stumpfe, oben eingedrückte Nase, vortretende Backenknochen, abstehende große Ohren sehr weiße Zähne und einen schwachen Bart. Die B. sind geistig träge, mißtrauisch und ungefällig, aber ehrlich, im ganzen körperlich gewandt, gute Reiter und Bogenschützen. Sie unterwarfen sich 1644 dem russ. Scepter, wählen jedoch ihre Fürsten oder Taidschis und Altesten selbst. Ihre Kleidung ist mit Pelzwerk verbrämtes Leder. Im Sommer leben sie in Hütten, Jurten enannt, die sie mit Leder überziehen, im Winter in Wundon und nähren sich von Viehzucht, Jagd und durch einige Gewerbe, vorzüglich Eisenschmieden. In religiöser Hinsicht bekennen sie sich 0 einer bestimmt dscemalten Form des Budhismus. Ihre bald gemalten, bald aus Holz, Blech, Filz und Lämmerfellen zusammengesetzten Götzenbilder sind höchst originell und mit Ruß schwarz gefärbt. In neuerer Zeit wird auf ihre Bekehrung großer Eifer verwendet. Das weibliche Geschlecht gilt bei ihnen für unrein und darf 00 in der Jurte dem Altare der Hausgötter nicht nahen. Die Sprache der B. ist ein Zweig des Mongolischen und zerfällt in mehrere Mundarten. Eine eigentliche Litteratur ist nicht vorhanden. Bemerkenswert ist, daß sich in neuerer Zeit geborene B., wie Dordschi Bansarow und Galsang Gombojew, europ. Wissenschaft zugewendet haben. Aus Castrens Nachlasse hat Schiefner eine Grammatik und ein Worterverzeichnis des Burjätischen herausgegeben (Petersb. 1857). Vgl. Orlow, «Grammatik der mongol.⸗burjät. Umgangssprache » (russisch, Kasan 1878): Girtler, K&Opisanie zabaikalskiéj krainy w Syberyi (poln.: (Beschreibung des transbaikalischen Landes in Sibirieno; 3 Bde., Lpz. 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 733Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6