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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Bus ir, s. Abuschehr. Buschmann (Joh. Karl ½½½ namhafter Linguist, wurde 14. Febr. 1805 zu Magdeburg geboren, widmete sich zu Berlin und Göttingen orient. Studien, und ging dann mit einer Expedition harer Bergleute in Diensten der New Mexican mining company nach Mexiko, wo er 1827 anlangte. Er durchreiste das Land, kehrte 1828 nach Europa zurück und trat mit den Gebrüdern Humboldt in nähere Verbindung. B. hatte fortan bedeutenden Anteil an den sprachwissenschaftlichen Arbeiten W. von Humboldts, nach dessen Tode er auch A. von Humboldt bei allen seinen Werken, namentlich dem „Kosmosso, unterstützte. Währenddessen war B. im Febr. 1832 bei der königl. Bibliothek eingetreten, an welcher er 1835 zum Kustos und 1853 zum Bibliothekar ernannt wurde; 1840 erhielt er das Prädikat als Professor und ward 1851 in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Er starb 21. April 1880 zu Berlin. Seinen Ruf als Linguist begründete B. zunächst durch die sprachvergleichenden sch polhnes. einesteils über den Goßen malaiisch-polynes. Sprachstamm, andernteils über die Sprachen des mittlern und des nordwestlichen Amerika. Die Ergebnisse seiner Studien über jenen sind in W. von Humboldts berühmtem Werke „Die Kawisprache auf der Insel Javav (3 Bde., Berl. 1836— 39) niedergelegt, mit dessen Herausgabe und Vollendung B. nach dem Tode des Verfassers von der berliner Akademie betraut worden war. Der größte Teil des dritten Bandes desselben, die vergleichende Grammatik der Südseesprachen und beiläufig des malaiischen Sprachstamms uberhaupt, ist von ihm anz allein bearbeitet. Hieran reiht 443 Apercu * la langue des Iles Marquises et de la langue taitiennep (Berl. 1843). Seine Forschungen über die Sprachen Amerikas hat er seit 1853 in einer Reihe von Abhandlungen mitgeteilt, die sämtlich in den Publikationen der berliner Akademie herausegeben worden sind. Die wichtigsten derselben sin Die aztekischen Ortsnamenv (I. Abteil., Berl. 1853; zu Mexiko ins Spanische übertragen) Die Spuren der aztekischen Sprache im nördl. Mexiko und höhern amerik. Norden» (Berl. 1859), Der athapaskische Sprachstamm⸗ (Berl. 1856), Das Apache und der athapaskische Sprachstammy (8 Ile., Berl. 1860—63), 4(Grammatik der sonorischen Spracheno (Berl. 1864—69). Von seinen übrigen linguistischen Arbeiten ist noch die Abhandlung «Küber den Naturlaute (Berl. 1853; zu London ins Englische übersetzt) hervorzuheben. Auch gab er 1862 den fünften Band des Kosmoso von Humboldt mit einem Register ber das ganze Werk heraus. Das in seinem Besitz befindliche Manuskript des Kosmosv bot er dem Kaiser Napoleon III. mit der Phrase an, er würde glücklich sein, wenn er den Schatz dem Kaiser zu Füßen legen dürfte, ein Anerbieten, was seinerzeit viel von sich reden machte. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. Buschmänner (holländ. Bosjesmans, d. i Strauchbewohner; engl. Bushmen), in der Sprache der Hottentotten Säb (Singular) oder Sän (Plural), in der Sprache der Kaffern Aba-tua, bei den Betschuanen Ba-roa, ein Volk in Südafrika. Ihre Qauptsitze erstrecken sich von der Kafferngrenze im SO. quer durch die Kapkolonie bis in den Nordwesten derselben, also im S. des Garib oder Oranjestroms. Doch wohnen sie auch im N. des Garib, 955 815 im Groß-Namaqualand auf beiden Seiten es diesem zufließenden Aub oder Großen Fischflusses, teils von den Namaqua geknechtet, teils unabhängig; dann in größerer Zahl, vollkommen unabhängig, östlich davon in der großen Sand⸗ und Buschwüüste Kalahari und weiter nordwärts bis an und über den Ngamisee hinaus. Daß die B. mit den Hottentotten einen gemeinsamen Rassentypus haben, rache schon bei aller Grundvers in chren * Sprache; höchst wahrscheinlich sind sie in ihren itzen die Ureinwohner, über welche sich die Hottentotten u7ν haben (der hottentott. Name Sän bedeutet aseßhafto, also Ureinwohner). Die B. leben in Stämme geteilt, schwärmen in einzelnen Familien umher und vereinigen sich nur dann, wenn sie c verteidigen oder einen räuberischen Anfall machen wollen. Sie haben alle Eigenschaften eines Jägervolks; ausdauernd, unstät, sehr vertraut mit den Eigenschaften des Wildes und mit sehr scharfen Sinnen, zeigen sie bei plötzlicher Gefahr große Geistesgegenwart. Bemerkenswert ist ihre ausgezeichnete Begabung für die Malerei, wie die zählreichen von ihnen herrührenden Abbildungen der einheimischen Tiere bezeugen, welche man auf Felsen in den von ihnen bewohnten Geenden findet. Ihre in außerordentlich viele Diaekte zerteilte Sprache ist überaus reich an tiefen Kehl⸗, Nasen⸗ und Schnalzlauten. Die aus 7000 ütten betehenden Ortschaften ählen nie über 100 CE. er Begriff der Obrigkeit ist ihnen fremd. Inner-Die der Kapkolonie leben die B. zum Teil im ienste der Kolonisten, zum Teil auf unzugänglichen Gebirgen oder in den öden Steppen. Alle Ver-Iumm sie gleich den Hottentotten in Lokationen zuammenzuziehen, sind bisher gescheitert. Vgl. Waitz, „Anthropologie der Naturvölkerv (Bd. 2, Lpz. 1860); Fritsch, Die Eingeborenen Südafrikas, ethnogra⸗ —— und anatomisch beschriebend (mit Atlas, resl. 1872); Holub, «Sieben Jahre in Südafrikay 2 Bde., Wien 1881). (S. Tafel: Afrikanische enschenstämme, Fig. 10 u. 11.). ö Buschmannsland heißt in der brit. Kapkolonie das Hochplateau, das den nordöstl. Teil des Klein-Namaqualandes, den nördl. Teil der Distrikte Calvinia und und den Westen von Victoria-West um — und von dem periodischen Regenfluß Hartebeestriver durchzogen wird. in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Smichow, liegt 16 km nordwestlich von Walt hat ein großes kaiserl. Schloß, Trümmer eines alten Schlosses, in welche jetzt einzelne ärmliche Häuschen eingebaut sind, eine berühmte kaiserl. Brauerei, welche jährlich an 20000 hl vorzüglichen Bieres liefert und bedeutende Steinkohlenwerke (früher im Privatbesitz des Kaisers, seit w1882 durch Kauf in den Besitz der Buschtiehrader Eisenbahn-Aktiengesellschaft übergegangen) und zählt (1880) 2959 E. Die ganze Umgegend nördlich von B. ist sehr reich an Steinkohlen, zu deren Vertrieb 1857 eine von der Staatsbahn u Kralup abzweigende Eisenbahn über Kladno nach Weihybka (Buschtiehrader Bahn, Litt. A) gebaut wurde, die alle Kohlenwerke im sog. Obern Reviere miteinander verbindet. — Die Station Buschtiehrad der Linie Wejhybka-Kralup der ahPon. rader Bahn liegt bei dem 3 Km nordwestlich von B. gelegenen Dorfe Rappitz (Rapic, 610 C.), woselbst sich auch die wichtigsten Werke und die Beamtenwohnungen befinden. In der Nähe von Rappitz, mitten im Walde, liegt die schöne Kapelle St. Johannis. Die Buschtiehrader Bahn, welche hauptsächlich durch die nbergischer 9. des Dichters K. C. Ebert, der als fürstenbergischer Hofrat die Interessen uicher fürstl. Hauses vertrat, entstand, ist ein ansehnlicher Eisenbahnkomplex (insgesamt 477 km) des nordwest. Böhmen und umfaßt die Linien Prag⸗(Bubna-Komotau-Eger (239 km), Prag⸗(Smichow⸗) Hostiwic 20 km), Weihybka-Neukladno-B.⸗Kralup (27 km), omotau-Weipert (71 km), Falkenau-Graslitz (21 biat und blensch kleine Zweigbahnen (Industrial⸗ und Kohlenschlepphahnen). ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 770Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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