Caballero (Fernan), Pseudonym der bedeutendsten neuern span. Schriftstellerin, Cecilia de Arrom. Dieselbe war die Tochter eines Deutschen, Nikolas Böhl von Faber (geb. 9. Dez. 177⁰ 1 Hamburg, gest. 9. Nov. 1836 zu Cadiz), der ängere Zeit als Chef eines vom Vater ererbten großen Handelshauses in Spanien lebte, sich mit einer Spanierin, Francisca de Larrea, vermählte und sich n um die span. Litteratur besonders durch eine Floresta de rimas antiguas castellanasy (3 Bde., Hamb. 1821—25) und ein Teatro espanol anterior a Lope de Vegas (Hamb. 1832) verdient gemacht hat. 0 „Versuch einer Lebensskizze von Nikolas Böhl von Faber nach seinen — nen Briefenv, Lpz. 1858, als Handschrift gedruckt.) Cecilia wurde auf einer Reise der Eltern durch die Schweiz 1797 zu Morges geboren. Seit ihrem sechsten Jahre erhielt sie 157 Erziehung in Deutschland, wo ihr Vater damals das am Schwerinersee elegene Gut Görslow angekauft hatte; später hat sie jedoch die deutsche Sprache vergessen. Sie kehrte 1813 mit ihrem Vater nach Spanien zurück, wo sie sich im 17. Lebensjahre mit dem Hauptmann Planells vermählte. Diesen begleitete sie dann nach Amerika, wurde aber schon nach einigen d ar-Witwe. Auch eine zweite Ehe, die sie bald darauf mit dem Marquis von Arco-Hermoso einging, wurde 1835 durch den Tod des Gatten gelöst. Sie vermählte sich 1837 Ere drittenmal mit Hrn. von Arrom, einem Advokaten, der sie, da er als span. Konsul nach Australien 920 in Sevilla zurückließ; 1863 ward sie abermals Witwe und lebte nun zuruückgezogen, bald in Sevilla, wo sie in der Familie des Grafen Montpensier ein stets gern gesehener Gast war, bald im Puerto de Santa-Maria bei Cadiz. Sie starb 7. April 1877 in Sevilla, etwas vereinsamt, weil ihre durch und durch reaktionären und ultramontanen Tendenzen sie dem Denken und Fühlen der liberalen Schichten der Nation stark entfremdet hatten. C. hat den modernen Roman erst in Spanien eingeführt, indem sie in wirklichen Originalwerken das span. Nationalleben, sowohl innerhalb der Kreise —.— Gesellschaft wie des Bürger⸗ und namentli auch des Bauernstandes, mit Treue und mit der patriotischen Abicht, das Nationalgefühl zu stärken, darstellte. Die eihe ihrer Werke beginnt mit dem Roman Wa Caviotab, der zuerst 1849 in dem Feuilleton des ournals El Heraldos erschien. Diesem folgten die sie selon als Cuadros de costumbnas opulanes 3. J.0. sowie eine große Reihe kleiner Erzählungen, andaluceso bezeichnet. Der Hauptreiz ihrer Arbeiten liegt in den Schilderungen aus der südspan. Natur und den anmutigen Bildern aus dem Leben des andalus. Volks. Auch verdankt ihr die fpan. Nationallitteratur die erste ner Amabl von Märchen, die sie zugleich mit einer Anzahl von Volksliedern in den Cuentos y poesias populares andaluces„ (Sevilla 1859) veröffentlichte. Viele Lieder und Märchen sind auch in ihren Romanen und Erzählungen mitgeteilt. Sie selbst veranstaltete eine Sammlung ihrer Werke (13 Bde., Madr. 1860—61 „ denen sie später noch «Coleccion de articulos religiosos y moraleso (Cadiz 1862), La mitologia contada à los ninos (Barc. 1873), «Cuentos, adivinos, oraciones y refranes populares é infantiles⸗ (Madr. 1877) und Cuadros de costumbresv (Valencia 1878) folgen ließ. Einen großen Teil ihrer novellistischen Arbeiten enthält die zu Leipzig erscheinende Coleccion de autores espanolesv. Nach ihrem Tode erschienen Ultimas producciones, drei Erzählungen, denen eine ur de Apode. Skizze von 5.. Nuchd de Gabriel y Ruiz de Apodaca vorangeht. Nachdem zuerst die franz. Journalistik auch ußerhalb Spanien auf diese bedeutende Schriftstellerin hingewiesen, machten in Deutschland Paul Heyse (1859 und dann Julian Schmidt auf ihre Leitungen aufmerksam. Volle Würdigung wurde ihr jedoch durch Ferd. Wolf zuteil. Ihre Ausgewählten Werker erschienen in deutscher Übersetzung von Lemcke, Hedwig Wolf, Clarus und Hofäus (Bd. 1—17, Paderb. 1859—64).