Cäcilia, die Heilige, deren Gedächtnis am 22.Nov. gefeiert wird, sollums J. 230 den Märtyrertod erlitten haben. Nach der Legende stammte sie aus einer Patricierfamilie Roms, war heimlich zum Christentum bekehrt und 4 das Gelübde der Jungfräulichkeit gethan. Ihre Eltern verlobten sie einem heidnischen Jüngling Valerian; sie vermochte die Verbindung nicht zu fehte u aber während die Hochzeitsmusik erklang, flehte sie zu Gott, und es gelang ihr, Valerian zur Annahme des Christentums und zur Achtung ihres Gelübdes zu bewegen. Valerianus und sein Bruder Tiburtius erlitten den Märtyrertod. C. ward in ein glühend . Bad ebracht, blieb aber unversehrt; darauf ward sie dem Henker übergeben, aber dieser versuchte dreimal vergeblich, si zu töten; erst nach drei Tagen starb sie an den erhaltenen Wunden. Schon im 5. Jahrh. findet sich in Rom eine ihr gewidmete Kirche. Papst Paschalis ließ 821 ihre Gebeine in der von ihm wiederhergestellten Kirche zu Rom beisetzen, wo noch jetzt ihr Denkmal steht. Die heilige C. erscheint als Schutzpatronin der Musik und Erfinderin der 197 Eine Legende aus dem 14. Jahrh. berichtet, C. habe sich die Gnade ausgebeten, ehe sie zum Tode geführt werde, noch einmal die Orgel spielen zu dürfen. habe aber na Beendigung ihres Spiels das schöne Pfeifenwerk zertrümmert, damit es nicht zu unheiligen Zwecken gemißbraucht werde. Die Kunst hat sie dargestellt, wie sie die Orgel spielt (Carlo Dolce auf einem Gemälde zu Dresden) oder wie sie der Kiauß emem Harmonie der Sphären lauscht Rafael auf einem Gemälde zu Bologna). Die Cäcilienfeste werden noch jetzt an vielen Orten durch große Musikaufführungen gefeiert. Palestrina begründete zu Rom zur Pflege der geistlichen Musik eine von Gregor XIII. bestätigte Brüderschaft, den Verein der heiligen C.9. Pius IX. gestaltete denselben in Anerkennung seiner großen Verdienste in eine Akademie um und stiftete zur Auszeichnung für die vier Vorsteher derselben am 15. Nov. 1847 einen eigenen Orden, den Cäcilienordeno. Auch an andern Orten nennen sich Vereinigungen zur Pflege der kirchlichen Musik Ca cilienvereines.