Christophörus (d. h. einer, der Christus trägt) ist ein, in der röm.⸗kath. am 25. Juli, in der riech.⸗kath. Kirche am 9. Mai, gefeierter Heiiger. Die Berichte über sein Leben sind durchaus sagenhaft. Nach den ältern Quellen lebte er zu Samos in Lycien, bekehrte viele Heiden zum Christentum und erlitt den Märtyrertod unter dem Kaiser Decius (oder dem König Dagnus). Nach einer aus dem Mittelalter stammenden Passio war C. hundsköpfig und von riesiger Größe —1— Ellen). Dadurch, daß er einen dürren Stab über Nacht Blätter und Früchte hatte treiben lassen, bekehrte er 18000 Bewohner der Stadt Samos. Vom König Dagnus ins Gefängnis geworfen, bekehrte er die beiden, zu seiner Verführung abgesandten Weiber Nicaea und Aquilina, darauf während seiner Martern noch viele Tausende. Vergeblich auf einem glühenden Rost gebraten, sollte er durch Pfeilschüsse getötet werden, aber starke Winde wehten die Pfeile nach rechts und links auseinander. In anmutigerer Gestalt erscheint die Legende, versetzt mit Zügen der altgermanischen Mythologie. Danach wollte C. im umm un Ii Kraft nur dem Mächtigsten dienen und schloß sich deshalb einem gewaltigen Fürsten an. Dieser aber fürchtete den Teufel, und C. ging zu dem über, aber auch der Teufel fürchtete sich vor einem Christusbilde. Daran erkannte C. Christum als den Mächtigsten. Er wollte sich 141— lassen, verschmähte aber die vorgeschriebenen Bußübungen, und erhielt deshalb den Auftrag, Pilger auf seinen Schultern durch einen Strom zu tragen, der keine Brücke hatte. Einst trug er ein Kind über den Strom; es war der Herr selbst, der * im Strom untertauchte, dadurch taufte und ihm den Namen «Christusträgero beilegte. Diese verschiedenen Züge sind kritiklos ineinander gearbeitet in der (Legenda aureay des Jakob de Voragine (gest. 1298). Die christl. Kunst pflegt den Heiligen darzustellen, wie er, das Christuskind auf den Schultern tragend, ein Wasser durchwatet, in der Hand einen grünenden Stab, besonders als Schutzwächter in den Vorhallen der Kirchen. Gegen die a ur hin treten Brüderschaften des heil. C. auf zur Verpflegung und Führung von anderern. Auch wunderkräftiger Reliquien des heil. C. geschieht Erwähnung; sein Haupt wurde 1204 bei der Croberung Ronantinopels durch die Lateiner dort aufgefunden und nach Frankreich geschafft; sein Schenkel wurde bis 1453 in Konstantinopel aufbewahrt.