Calotte (vom frz. calotte, Käppchen), soviel wie Catomiite (. . Vgl. auch Calottisten. alottisten oder Le Regiment de la Calotte hieß in Frankreich ein Verein, den einige Schöngeister zur Zeit Ludwigs XIV. in der Absicht stifteten, unter der Maske der Narrbeit eine sittenrichterliche Wirksamkeit auszuüben. Seinen Namen äpw. er von dem Worte Calotte (d. h. Scheiteläppchen der kath. Geistlichen, dann auch Narrenkappe) entlehnt. Bekannte Persönlichkeiten, welche sich eines albernen oder dummen Streichs schuldig gemacht Haudt, erhielten von dem Verein ein Patent zugesandt, das den Betreffenden als Vereinsmitglied (Calotin) aufnahm und zu dem Tragen einer Calotte berechtigte. Da diese allmählich immer kecker auftretenden Spötter ihre Patente an die höchsten Personen des Hofs schickten und sogar den König nicht schonten, wurden sie endlich unter dem Minister Fleury aufgehoben. Vgl. Mémoires pour servir à Thistoire de la Calottes (Bas. 1725). Später wurde Calotte im verächtlichen Sinne für Klerus und Priesterherrschaft, Calotin im Sinne von Pfaffe gebraucht. Ealov, latinisiert Calovius (Abraham), Hauptvorkämpfer des streitbaren Orthodoxismus der luth. Kirche des 17. Jahrh., geb. 16. April 1612 zu Mohrungen in Ostpreußen, studierte seit 1626 zu Königsberg, seit 1634 zu Rostock, ward 1637 außerord. Professor der Theologie zu Königsberg, 1643 Rektor des danziger Gymnasiums, 1650 Professor der Theologie zu Wittenberg, wo er später auch das Amt eines Generalsuperintendenten erhielt und am 25. Febr. 1686 starb. Während dieser Zeit bestimmte C. den Charakter der theol. Fakultät zu Wittenberg und machte sie zum Hort der strengsten luth. Orthodorie. Auf dem Religionsgespräch . Thorn im J. 1645 war er mit G. Calixtus (s. d.) zusammengetroffen und erbittert über dessen freundschaftliches Heledenchont mit den Reformierten. In einer Reihe leidenschaftlicher Schriften bekämpfte er seitdem den Synkretismus F. d.). Doch fand sein Consensus repetitus fidei vere Lutheranaer vom J. 1655 (eine Bekämpfung von 85 synkretistischen Irrtümern) keine allgemeine Annahme und henet Ilistoria syucretistica, d. i. Christlich wohlbegründetes Bedenken über den lieben Kirchenfrieden und die christl. Einigkeite (Wittenb. 1682), wurde konfisziert. Auch gegen Jesuiten, Socinianer, Arminianer u. a. richtete er heftige polemische Schriften. In der (Biblia illustratap (4 Bde., Frankf. 1672), einer . der Kommentare des Hugo Grotius, wird eine uchstäbliche, völlig mechanis che Inspiration der Schrift elehrt. C.s dogmatisches Hauptwerk, das cSystema ocorum theologicorump (12 Bde., Wittenb. 1665 —77) bezeichnet in dem Überwiegen logischer Subtilitäten und polemischer Ausführungen den Höhepunkt luth. Scholastik. C. verlor 5 Gattinnen und 13 Kinder durch den Tod und heiratete schon vier Monate nach dem Tode der fünften Frau im Alter von 72 J. die jugendliche Tochter seines Kollegen Quenstedt.