FeedCalvisius (Sethus)
MusikBrockhaus 1882

Calvisius (Sethus), eigentlich 23. Kallwitz, gleich ausgezeichnet als Chronolog wie als Musiker, eb. 20. Febr. 1556, war der Sohn eines armen agelöhners, Jak. Kallwitz, zu Gorsleben bei Sachsenburg in Thüringen. Er besuchte erst die Schulen zu Frankenhausen und Magdeburg, später die Universitäten zu Helmstedt und Leipzig. In letzterer Stadt wurde er 1581 kurz nach seiner Ankunft Musikdirektor an der Paulinerkirche. Im Nov. 1582 kam er als Kantor nach Schulpforte, 1594 aber als Kantor an die Thomasschule und Musikdirektor an den beiden Hauptkirchen nach Leipzig. C. starb zu Leipzig 24. Nov. 1615. Sein berühmtestes Werk ist sein Opus chronologicumo (Lpz. 1605; neue Aufl., Frankf. 1650 u. 1685), die Frucht 20jähriger Forschungen, das lan e Zeit bei chronol. Untersuchungen als Norm und Richtschnur gebraucht wurde und noch jetzt wichtig ist. Von seinen theoretischen musikalischen Werken sind hervorzuheben: 6 Melopoeia seu melodiae condendae ration (1582), (Compendium musicae practicae pro incipientibuso (1594; 3. Aufl. unter dem Titel: &Musicae artis praecepta nova et facillima, 1612),Exercitationes musicae duaer (1600), Exercitatio musicae tertiap (1611); von seinen Kompositionen: 4 Teutsche Tricinia (1603), (Biciniorum libri duo (1612), Harmonia cantionum ecclesiasticarumo (1596 u. öfter) u. a. rmißt, sind unter K aufzusuchen. Jalvities, Calvität (lat.), Kahllö figkeit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 858Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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