Bülau (Friedr.), staatswissenschaftlicher Schriftsteller, geb. 8. Okt. 1805 zu Freiberg, besuchte seit 1816 das Gymnasium daselbst und studierte dann 1823—27 die Rechte zu Leipzig, daneben auch Staatswissenschaften, Geschichte und klassische Litteratur. Nachdem er 1828 an der Universität zu Leipzig Vorlesungen über sächs. Staatsrecht begonnen, habilitierte er sich 1829 auch in der philos. Profeso und wurde 1833 außerord., 1836 ord. uhrend der praktischen Philosophie und Politik. Während der 5 1837—44 besorgte er die Censur der periodischen Presse, 1838—49 die Redaktion der von Pölitz begründeten Neuen Jahrbücher für Geschichte und Politiko, von Ostern 1843 bis Juni 1848 die der „Deutschen Allgemeinen Zeitungo und 1851—54 die der amtlichen Leipziger Zeitunge. Er starb 26. Okt. 1859 zu Leipzig. Seiner Encyklopädie der Staatswissenschafte (Lpz. 1832; 2. Aufl. 1855) folgten das Verfassungsrecht des Königreichs Sachsen» (Ipz. 1833), Der Staat und der Landbauop (Lpz. 1833), „Der Staat und die Industries (Lpz. 1834), das «Handbuch der Staatswirtschaftslehres (Lpz. 1835) und die Schrift Die Behörden in Staat und Gemeinden (Lpz. 1836); ferner die „Geschichte des europ. Staatensystemso (3 Bde., Lpz. 1837—39), die «Allgemeine Geschichte der X 1830—385 (Lpz. 1838), und für das Heeren und Ukertsche Geschichtswerk die Geschichte Deutschlands von 1806—30 (Hamb. 1842). Hieran schlossen sich die Zeitfragen aus Politik und Volkswirtschafte (Lpz. 1846), eine Fortsetzung der Pölitzschen Sammlung der «Europ. Verfassungen 28— 1847) und Wahlrecht und Wahlverfahreno (Opz. 1849). Später beschäftigte er sich insbesondere mit dem interessanten Sammelwerke „Geheime Geschichten und rätselhafte Menschen (12 Bde., Lpz. 1850— 60 2. Aufl. 1863—64). B. besaß umfangreiches Wissen und nahm in der Wissenschaft wie in der Politik eine vermittelnde Stellung ein.