FeedCramer W Andr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Cramer W Andr.), Kanzelredner und Dichter, geb. zu Jöhstadt im sächs. Erzgebirge 27. Jan. 1723, studierte seit 1742 Theologie zu Leipzig, war an den „Bremer Beiträgen » wie an der Sammlung vermischter Schriften von den Verfassern der neuen Beiträge u. s. w.y Mitarbeiter und begann 1745 Vorlesungen zu halten. C. wurde 1748 Prediger zu Crellwitz, 1750 Oberhofprediger zu Quedlinburg und durch Klopstocks Einfluß 1754 Oberhofprediger und Konsistorialrat zu Kopenhagen, wo er auch 1765 eine Professur der Theologie erhielt. Die Kränkungen, die er hier nach dem Tode König Friedrichs V. zu leiden hatte, bewogen ihn, 1771 einen Ruf als Superintendent nach Lübeck anzunehmen, von wo er 1764 als Prokanzler und erster Professor der Theologie nach Kiel ging. Im J. 1784 zum Kanzler und Kurator der Universität ernannt, starb er * 12. Juni 1788. C. war einer der ersten Kanzelredner seiner Zeit. Als Dichter wurde er vorzüglich bekannt durch seine geistlichen Lieder und Oden, die sich durch Reinheit des Verses, Kraft des Ausdrucks und iur beiann der Gesinnung auszeichnen, namentlich seine bekannte und schwungvolle Ode auf Luther. Sie erschienen unter dem Titel: «Sämtliche Gedichten (3 Bde., Dess. u. Lpz. 1782—83) und 4Hinterlassene Gedichte 5, herausgegeben von seinem Sohne Karl Friedrich C. (3 Hefte, Hamb. 1791). Unter seinen übrigen zahlreichen Arbeiten sind noch zu nennen die treffliche Biographie Gellerts (Lpz. 1774), eine Übersetzung und Fortsetzung von Bossuets Einleitung in die Geschichte der Welt und der Religion (7 Tle. in 8 Bdn., Hamb. u. K 1748—86) und die poetische Bearbeitung der Psalmen (4 Bde., Lpz. nen deh.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 656Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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