Bombay (vom portug. Buon Bahia, d. i. gute Bai), die feste Hauptstadt der gleichnamigen Präsidentf. ft des Indobritischen Reichs, nächst Kalkutta der bedeutendste See⸗ und Handelsplatz Ostindiens, liegt unter 18 57 nördl. Br. und 72˙ 52/ östl. Länge (von Greenwich), an der Westküste von orderindien, auf der gleichnamigen, schmalen, sich von NW. nach SO. in der Länge von 15 Em erstreckenden Insel. Dieselbe bildet mit den durch Steindämme mit ihr verbundenen kleinen Inseln Old Woman's-Island und Kolabah oder Lighthouse-Island, welche südlich, und andern, die östlich von ihr liegen, wie Carija, Elephanta, Bumen sche u. s. w., eine sehr geräumige, vollommen sichere Bai, deren Lage, besonders von der See aus, von hoher malerischer Schönheit ist, da die westlichen, unweit der Küste verlauenden Ghats ihren Hintergrund bilden. B. ist er 530 von den 5. in Britisch-Indien. J. 1530 von den Ederdelben⸗ erbaut und bis 1661 in dem Besitz derselben, ist dasselbe seitdem riesig angewachsen. Es besteht aus der alten Stadt oder dem Fort, so genannt von dem daselbst 1769 erbauten Fort George, dem südlichsten Stadtteile, und der Schwarzen Stadt (Black Towy) nordwestlich von ersterer. Ihre shen Ner sind sehr eng und während der periodischen Regenzeit häusig uberschwemmt. Doch wird viel 3 für die Verbreiterung und Trockenlegung erselben, die Zufuhr von gutem Trinkwasser und die Verbesserung des Gesundheitszustandes im allgemeinen, der früher wenig günstig war. Als 1803 ein kleinerer, 1845 ein größerer Teil der Stadt abgebrannt waren, geschah der Wiederaufbau in schönerer und zweckmäßigerer Weise. Vieles in dieser Beziehung verdankt B. der großen Freigebigkeit eines sehr reichen Parsen des Sir Dschamsetschi Dschidschiboi. Bemerkenswert sind die mit Kolonnaden geschmückte, 60 m lange und 30 m breite Stadt-Ban mit einer Bibliothek von mehr als 100 000 änden sowie den Standbildern von Sir John Malcolm, C. Forbes, Lord Elphinstone, Lord Cornwallis und Kathedrale Dschidschiboi; die Munze und die Kathedrale St.⸗Thomas (1720 erbaut, 1855 erweitert). Diese Gebäude, sowie eine Anzahl palastähnlicher Wohnhäuser reicher engl. und pars. Handelsherren liegen an dem großen und schönen, mit Tamarinden bepflanzten, das Greeno oder „Elphinstone-Circles genannten Platze mit den Statuen von Lord Cornwallis und Marquis Wellesley. Die Wohnung des Gouverneurs von B. befindet sich auf dem südwestlichen, Malabar Point genannten, steil gegen die See abfallenden Vorgebirge der Insel. Auch verschiedene Moscheen und Hindutempel sowie das von Dschidschiboi gegründete Krankenhaus in der Schwarzen Stadt sind sehenswert. Noch sind zu erwähnen die Statuen der Königin Victoria und die 26. Juni 1879 enthüllte Reiterstatue des Prinzen von Wales vor dem Seemannsasyl. B. ist Sitz der Präsidentschaftsregierung, des höchsten Gerichtshofs, der Handelskammer, der Bank von B. un verschiedener anderer Banken, der Hauptagentur der Britisch-Indischen Handeleinsute. Kompagnie und mehrerer anderer Handelsinstitute. Auch befinden sich daselbst seit 1857 eine der londoner nachgebildete Universität; das 1871 eröffnete Victoria and Albert-Museum für Naturgeschichte und alle nützlichen Naturprodukte Indiens, in einem neuerrichteten großartigen Gebäude in den Gärten der Gesellschaft für Land⸗ und Gartenbau: die „Bombay branch genannte Abteilung der Royal Asiatic Society in England; die seit 1873 mit dieser vereinigte Geographische Gesellschaft; eine Medizimische und Physiigliche Geselschaft sowie verschiedene andere gemeinnützige Anstalten. B. besitzt ein Marinearsenal, Docks und Werfte, wo die großten Kriegsschiffe gebaut werden können. Die alten estungswerke von B. wurden 1863 abgetragen und tatt ihrer sehr großartige neue angelegt. Die Bevölkerung beträgt (1881) 773 196 E. in 28310 bewohnten Gebäuden, während sie sich 1871 nur auf 644405 Seelen belief; unter letzterer Zahl waren 15121 Buddhisten und Dschainas, 408680 brahminische Hindu, 137644 Mohammedaner, 7253 Europäer, 2352 sog. Eurasier, d. h. von europ. Vätern und eingeborenen Müttern Erzeugte, 25 119 Hinduchristen, 44091 Parsis und 4145 Araber, Perser, Chinesen, Neger u. s. w. B., durch die Peninsular und Oriental⸗ sowie durch die British der Osttate Aftilns, dem Gol mit Europa, Suez, der Ostküste Afrikas, dem Golf von Persien, Ceylon, dem Indischen Archipel, China und Japan sowie allen nur einigermaßen wichtigen Küstenpunkten des Indobritischen Reichs, mit dem ganzen Innern desselben aber durch die Great Indian Peninsula:, die Great India Peninsula Madras⸗ und die Bombay Baroda and Central India-Eisenbahnen verbunden, ist der Mittelpunkt eines sehr großartigen, den wachsenden Reichtum der Stadt bedingenden Handels. In den Hafen liefen 1878 ein: 1065 Schiffe von 799102 t; aus: 837 Schiffe mit 604 269 t. Der Wert der Ausfuhr betrug 1878: 477 516 104 Mark. Hauptartikel davon waren: rohe Baumwolle im Werte von 164, Mill. Mark, Opium (121, Mill.) und Sämereien (für 41,5 Mill. Mark) Felle, Getreide, Hülsenfrüchte, Rohwolle, Häute, Felle, Baumwollwaren, Kaffee, Gewürze, Farbstoff u. s. w. Die Einfuhr hatte im J. 1876 einen Wert von 520605 002 Mark. Sie bestand + in europ. Mode⸗, Putz⸗, Kleidungs⸗, oiletten⸗ und andern kleinern Gegenständen, Steinkohlen, Baumwollstoffen, Arzneien, Farbewaren, Maschinerien, Metallwaren, Perlen und Edelsteinen, Schienen für Eisenbahnen, Salz, roher Seide, seidenen Stoffen, Bier, Spiritus, Zucker, Thee, Tabak, Weinen, Wollstoffen und roher Wolle, Gold und Silber. Die Industrie liefert namentlich in der Baumwollspinnerei und im Schiffbau Bedeutendes. Die Präsidentschaft Bombay, an deren Spitze ein Gouverneur mit einem ihm zur Seite stehenden Rate für die Gesetzgebung und Verwaltung, unter der Oberaufsicht des Vizekönig-Generalgouverneurs von Britisch-Indien, gestellt ist, umfaßt, mit Ausnahme der zu ihr gehörenden tributären Vasallenstaaten (157437 qkm mit 6941 631 C.), 321 412 qkm mit 16383 422 E. nach dem Census vom April 1881. Außer Sindh (seit 1843) und Nord-Canara (seit 1861) umfaßt B. die alten Land-Umrena Guzerate, Khandesch (Candeish), Sattara, urengabad, Bedschapur mit Darwarr und Concan. Administratiy ist diese en nämtdd d in drei Divisionen unter Kommissären, nämlich die Division Sindh mit fünf Kollektoraten, die nördl. Division mit zehn Kollektoraten und die südl. Division mit neun Kollektoraten, geteilt. Die sehr zahlreichen zu B. gehörenden Vasallenstaaten sind wieder in eine nördl. und in eine südl. Division mit zusammen 20 ne zerteilt. (S. Ost indien.) Vgl. Murray, Handbook of Bombay Presidencys (2. Aufl., Lond. 1881).