Ahmedabad, ein Distrikt der Division Guzerate der indobrit. Präsidentschaft Bombay, am Golf von Cambay, zählt (1872) auf 8300 akm 829637 E. — Die Hauptstadt A., am linken Ufer des Saburmatti, war einst die Hauptstadt von ganz Guzerate und im 15. Jahrh. eine der größten, bevölkertsten und reichsten Städte von Indien, berühmt durch ihre Prachtgebäude, ihren Handelsverkehr und Gewerbfleiß. Jetzt ist die Stadt sehr herabgekommen und zählt (1872) nur noch 116 873 E., obwohl der Umfang ihrer hohen, 1834 ausgebesserten, mit Türmen besetzten Mauern über 12 km beträgt. A. ist durch eine über Baroda mit Bombay verbunden, hat regelmäßige und geräumige Straßen, ist gut mit Trinkwasser versehen, besitzt viele Herbergen für Fremde (Serais) und zeigt überall noch Spuren des frühern Glanzes. Das großartigste Gebäude ist die von Ahmed Schah, dem Gründer der Stadt, herrührende und von den Grabgebäuden seiner Familie umgebene Dschamma-Masshid (Große Moschee). Weniger dichct . doch geschmackvoller ist die Moschee des Sudschat chaun. Die sog. Elfenbeinmoschee besteht aus Marmor, ausgelegt mit Blumen aus Elfenbein, Silber, Edelsteinen und Perlmutter. Bei der Stadt liegt der schöne Teich Kokarija, rings von Marmortreppen Sünlen und durch vier Thore mit Kuppeln und Säulen 60 änglich. A. wurde 1412 vom Sultan Ahmed — dem zweiten selbständigen Könige von Guzerate, gegründet und behauptete seine Blüte auch noch, nachdem es 1572 der Delhi-Kaiser Akbar erobert hatte. Es war berühmt durch seinen Handel und seine Fabriken in Gold⸗ und Silberstoffen, seine Seiden⸗ und Baumwollgewebe, Papier, Malereien u. s. w. Seit der Herrs t der Maharatten im 18. Jahrh. begann sein Verfall; 1780 erstürmten es die Briten, gaben es aber bald nachher den Maharatten wieder; 1818 wurde A. von den Briten dem Guicowar von Baroda abgenommen. Als Hafen der Stadt ist das 75 km südlich davon gelegene Cambay (s. d.) medung 3