Baroda, Hauptstadt des gleichnamigen, in der Landschaft Guzerate gelegenen, zu der Präsidentschaft Bombay gehörenden maharattischen Vasallenstaats des Indo-Britischen Reichs, an dem Flusse Biswamintri, über welchen eine aus Stein erbaute, aus Vt497 aufeinandergestellten Bogenreihen bestehende Brücke führt. B. 15 befestigt, „Hie Haugebaut und besitzt breite, luftige Straßen. ie Häuser sind meistens hoch, aber aus Holz. Aus diesem Material bestehen auch der umfangreiche, aber unscheinbare Palast des Fürsten sowie die Wohnung des engl. Residenten. Der geräumige Marktplatz bildet den Mittelpunkt der Stadt. Auf ihm befindet sich eine viereckige, offene, an jeder Seite von drei hohen Bogen getragene, mit einem platten Dache, inwendig mit Springbrunnen und Sitzbänken versehene Halle. Die Bevölkerung beträgt (1872) 112057 Seelen. Sie betreibt hauptsächlich Manufakturen von Seide und Baumwolle. Die Eisenbahn zwischen Bombay und Ahmedabad berührt B. Der Staat B. war früher größer und bildete einen Teil des mächtigen Maharattenreichs. Er umfaßt jetzt noch 20 720 qkm mit (1881) 2 154 469 E. Die Einkünfte beliefen sich 1872 auf 1420 000 Pfd. St. Der Nehe führt den Titel Guicowar. Er unterhält eine stehende Armee von über 6000 Mann (5 Regimenter Infanterie, 2 Regimenter Kavallerie und 1 Kompagnie Artillerie), welche er stets zur Verügung der engl. Regierung bereit halten muß. uch muß er der letztern außerdem noch auf Verlangen 3000 Mann völlig ausgerüsteter Kavallerie stellen. Der erst 1870 auf den Thron gekommene Guicowar, Malhar Rao, wurde, weil er Versuche gemacht hatte, den engl. Residenten, Oberst (später General) Phayre, zu vergiften, 1875 seiner Stellung enthoben und sein Neffe, Gopal Rao, zum Guicowar ernannt.