Camphausen (Wilhelm), ausgezeichneter Geschichts⸗ und Schlachtenmaler der Düsseldorfer Schule, wurde 8. Febr. 1818 zu Düsseldorf geboren. Nachdem er das Gymnasium in seiner Vaterstadt besucht, wurde er, von Alfred .i vorbereitet, 1834 Schüler der orlebeden Akademie und wandte sich bald mit Vorliebe dem Studium der Pferde und des Kriegswesens zu. Zu den erstern größern Bildern, mit denen er, angeregt durch Lessing, auftrat, gehören: Tilly bei Breiteneld (1841) und Prinz Eugen bei Belgrad (1843). arauf machte er mehrere Kunstreisen nach Holland, Belgien, der Schweiz und Oberitalien, sowie einige Jahre später eine größere Reise durch Deutschland. Nach Düsseldorf one SVoträt malte er die größere histor. Komposition: Gottfried von Bouillon bei Askalon (1845), wandte sich dann aber entschieden wieder seiner Lieblingsbeschäftigung, den eigentlichen Schlachtenbildern, zu und wählte seine Stoffe mit Vorliebe aus der Geschichte des 16. Jahrh., insbesondere aus der Puritanereit Englands; dahin gehören: der: Wage die den Lam eobachten lehemals in der Wagenerschen ammlung, jetzt in der Dnhin Beßte zu Berlin, eine 0 pon Bwhm befand sich im Besitze des Königs Georg von Hannover), Transport gefangener Anhänger Cromwells (im Besitze der königl. Familie von Bayern), Erstürmung eines engl. Schlosses durch Cromwellsche Soldaten, Karl II. auf der Flucht aus der Schlacht bei Worcester, Karl I. bei Naseby, Puritaner auf der Morgenwacht u. s. w. Seit 1850 malte er auch Ereignisse aus der vaterländischen Geschichte und pflegte insbesondere das histor. Reiterporträt. So malte er die Reiterbildnisse Friedrichs d. Gr., Seydlitz' bei Roßbach, Zietens und mehrerer anderer Generale jener Zeit, die durch Nachbildungen in Lithographie bekannt geworden sind. Diesen folgten: Friedrich II. und das Dragonerregiment Ansbach-Bayreuth (von der verstorbenen Königin Elisabeth dem Kürassierregiment in Pasewalk geschenkt); ferner 9½7 Rheinübergang bei Kaub 1814 (im städtischen Museum zu Breslau), Blüchers Begrüßung mit Wellington bei Belle-Alliance (im Museum zu Königsberg), die großen Reiterbildnisse Blüchers und Gneisenaus (im städtischen Museum zu Magdeburg), Friedrich d. Gr. und seine Altersgenossen auf der potsdamer Wachtparade und «Nun danket allle Gott»,„ Choral der preuß. Grenadiere nach der Schlacht bei Leuthen (beide Bilder im Besitze des Königs von Preußen), Seydlitz in Gotha, Blücher als schwed. Kornett gefangen vor Belling (Eigentum des ½½7 von Preußen) u. s. w. Außerdem hat C. als Mitarbeiter an den «Düsseldorfer Monatshefteno, an dem «Künstleralbum» und andern illustrierten Werken eine Menge flüchtiger Zeichnungen voll Witz und Laune geliefert, die teils durch den Steindruck, teils durch den Holzschnitt vervielfältigt worden sind. Seit 1859 ist er aund 0. und Mitglied der Akademien zu Berlin und Wien. Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 rief ihn auf den Schauplatz des Kampfes, wo er namentlich als Augenzeuge der Erstürmung der Ruaen fen Schanzen einen reichen Schatz von Eindrücken sammelte, aus welchen die für die Nationalgalerie in Berlin ausgeführte Komposition: Düppel nach dem Sturm, ein Gemälde mit außerordentlich lchange 11 Porträts, Kampf im Innern der Düppelschanze II (im Besitz des Kaisers), Übergang nach Alsen u. a. hervorgingen. Daneben komponierte er 1865 mit Henry Ritter die Illustrationen u einer Auswahl aus Washington WMlands Werken uowie für die Prachtausgabe von Uhlands Gedichten. In mehrern Bildern griff C. auch zur ältern Geschichte zurück; die Parade vor Friedrich d. Gr. in Potsdam (königl. Schloß zu Berlin) gehört zu seinen vorzüglichsten Werken; daneben sind zu nennen: Friedrich d. Gr. und das Dragonerregiment Bayreuth bei Hohenfriedberg und Cein G ei der Leiche des Generals Schwerin. Sein Gemälde: Der Ordonnanzritt (Reiter in gestrecktem Galop auf den Beschauer zu), welches 1866 ausgestellt war, zeigte seine große Bravour in lebensvoller Verkürzung. Im G. 1866 berief ihn der Kronprinz von Preußen auf den böhm. Kriegsschauplatz; er wurde hier Augenzeuge der preuß. Siege und verewigte sie durch seinen Pinsel. Unter anderm entstanden 1868 die Bilder: Eroberung einer österreich. Standarte bei Nachod (im Besitz des deutschen Kronprinzen), Prinz Friedrich Karl auf den Höhen von Chlum mit dem Amdent . zusammentreffend, und König Wilhelm dem Kronrinzen den Orden pour le mérite überreichend. Im Auftrage des Königs von Preußen führte er hierauf ein Reiterporträt Friedrichs d. Gr. in Lebensgröße aus (jetzt in der Paradekammer des Schlosses zu Berlin). Als Seitenstück zu demselben bestellte der König den Großen Kurfürsten, das Museum zu Köln ein Reiterbild Kaiser Wilhelms in gleichen Dimensionen. Der Deutsch-Französische Krieg führte ihn von neuem auf den Schaulatz deutscher Siege. Er malte unter anderm: Rawoleon im Granatfeuer bei Sedan (für die Verbindung für histor. Kunst) und die Begegnung des Fürsten Bismarck mit Napoleon. ihe spätere Zeit fallen: das Reiterbild Kaiser Wilhelms mit der nißt, sind unter K aufzusuchen. 56* Landschaft von Gravelotte, der benab des 8. Husarenregiments mit Chevauxlé ers bei Waterloo 1815, die Erstürmung von Königinhof durch das 1. Garderegiment zu Fuß, schließlich der Einzug des Kaisers in Berlin mit vielen +.—— lim Besitz des Kaiers) und der Große Kurfürst vor der Schlacht bei ehrbellin. Ein großes Wandgemälde in der Ruhmeshalle der ichlej * Berlin, darstellend die Huldigung der schles. Stände im Fürstensaale zu Breslau, vollendete C. im J. 1882. In allen Kompositionen zeigt C. große Gewandtheit in der Technik und einen äußerst glatten Vortrag. Namentlich ist er ein Meister in der Zeichnung des ferdes. Als Schriftsteller trat C. auf mit »Der ler auf dem Kriegsfelde » (Bielef. 1865), einem vorzüglich illustrierten Tagebuche und der Chronik des 6 Maltastens »„„welche er als langjähriges Vor-Iualionenher⸗ dieses Vereins mit zahlreichen Illutrationen herausgegeben hat.