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Bildende KunstBrockhaus 1882

Campi, eine Künstlerfamilie, die, parallel mit der Schule der Caracci (s. d.), zu Cremona eine ebenfalls eklektische Schule bildete, welche in der Mitte und gegen das Ende des 16. Jahrh. blühte. Der erste namhafte Künstler dieser Familie war Galeaz — C., welcher zu Cremona 1475 geboren war und Nacht tua bei Giulio Romano neben der Malerei auch Plastik und Baukunst. Dann ging er nach Rom, studierte die Alten und Rafael und zeichnete unter anderm die Trajanssäule mit großer Genauigkeit. Auch Tizian und Pordenone beeinflußten ihn, sodaß er z. B. in seinen großen Bildern zu San-Gismondo mit ersterm verwechselt worden ist, während man seinen Christus vor Pilatus im Dome dem Pordenone zuschrieb. Doch wurde auch die Natur von ihm und seinen Brüdern nicht vernachlässigt. Es nden sich besonders schöne Frauenköpfe von ihnen. m Kolorit sind sie nicht leicht voneinander zu unterscheiden, eher in der Zeichnung. Giulis übertrifft seine Brüder an Bedeutung und Größe, steht aber Bernardino nach. — Antonio C., genannt Cremonese ** um 1591), lernte bei seinem Bruder Giulio Malerei und Baukunst, welche letztere ihm bei seinen Ansichten, wie z. B. der Sakristei des heil. Petrus, sehr statten kam. Außerdem war er au Plastiter, upferstecher, ja Geschichtschreiber seiner Vaterstadt, deren Chronik er 1585 mit vielen Kupferstichen — r ½ In der Malerei wählte er hauptsächlich Correggio 10 Vorbilde. — Mehr nach ihm als nach Giulio scheint sich Vincenzo C. gebildet zu haben. Dieser war lücklicher in kleinern Wheinen als in großen Dar-Redumpen; auch werden seine Bildnisse und Früchte eschätzt, die er sehr natürlich wiederzugeben wußte. u Cremona finden sich von seiner Hand vier Abdie sh Dur vom Kreuze, unter denen die im Dom, die sich durch eine täuschende *1π des heil. Berne auszeichnet, die beste ist. Er starb 1591. —Bernardino C., geb. 1522, gest. nach 1590, ein Verwandter der Brüder, ist der bedeutendste Meister der Schule. aus diet von dem ältesten C. unterrichtet, ging er auf die CEklektil desselben ein und übertraf schen Meister bald. Später wurden nacheinander Giulio Romano, Tizian und Correggio seine Vorbilder, niemand aber so ine Sels. wie diateft doch wußte er sich immer seine Seldständigkeit zu bewahren. Die Malerin . In Ere Unguisola ist seine berühmte Schülerin. In Cremona ist die Kuppel des *in. der Kirche San-Gismondo sein größtes Meisterwerk. C. war auch im e gelie ausgezeichnet und hat einige schöne Stiche geliefert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 885Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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