Canuing (George), berühmter engl. Staatsmann, stammte aus einer ursprünglich in Warwickshire ansässigen und später nach Irland übergeerheiratung mit einem armen Mädchen, einer Verwandten Sheridans, den Unwillen seiner An-Gorigen zugezogen, ließ +* in London nieder. „ geb. 11. Schule zu Eton und ging 1787 nach Oxford, wo er eine für seine spätere polit. Laufbahn folgenreiche schloß. Oche mit dem nachmaligen Lord Liverpool chloß. Schon in Eton gab er 1786 mit den beiden auch machte er sich durch einige Gedichte vorteilhaft bekannt. Nach seiner Rückkehr von der Univer ität manns zu widmen. Im 5. schon 1706 lied für Mowport g lament verfocht, zugleich als warf 1797 in Verbindung mit Lord Liverpool, George Ellis und Frere den Plan zu der Zeitschrift „The Anti-Jacobin, or Weekly Examiner »„ die, von William Gifford herau egeben, bis Juli 1798 fortgesetzt wurde und gegen die zahlreichen Blãätter gerichtet war, welche die Sache des Republikanismus verteidigten. Bei Pitts Sturz 1801 verlor auch C. sein Amt, erhielt aber wieder einen bedeutenden Posten in Pitts letztem Ministerium, 1804. Nach Pitts Tode 1806 schloß er sich der Opposition an, wurde jedoch bereits 1807, nach dem Wiedereintritt der Tories, Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Als solcher ließ er mitten im Frieden Kopenhagen beschießen und die dän. Flotte gewaltsam wegführen. Am 14. Jan. 1809 unterzeichnete er zu London den Allianztraktat zwischen Großbritannien und Spanien mit der obersten Junta, die im Namen Ferdinands VII. regierte. Infolge eines Streits über die Expedition nach Walcheren im 9 1809 mit seinem Kollegen Castlereagh, der jene nternehmung angeordnet hatte, kam es zwischen beiden zu einem Duell auf Pistolen, in welchem C. s chwer verwundet wurde. Dann trat er aus dem Ministerium, wurde Gesandter in Lissabon, 1816 in Liverpool zum Parlamentsmitgliede gewählt und trat 1817 aufs neue als Präsident des Departements für Indien (Board of control) ins Ministerium. Da er indes hinsichtlich der Maßregeln gegen die Königin Karoline und in Betreff der Emancipation der Katholiken anderer Meinung war als der Premierminister Lord Liverpool, so be⸗ — er sich auf das Festland und bekleidete eine Zeit ang den Posten eines außerordentlichen Gesandten bei der Tagsatzung der Schweiz. Als der Prozeß der Königin im Nov. 1820 entschieden war, ke rte er nach London zurück, wo er 9 — frühern Einfluß im Ministerium wiedererlangte. Im März 1822 wurde er infolge einer glänzenden Verteidigung der Verwaltung Ostindiens von den Direktoren der Kompagnie als achfolger des Marquis von Hastings zum Generalgouverneur von Tadle. ernannt. Doch schon im Sept. 1822, nach astlereaghs Selbstentleibung, übernahm er abermals das Portefeuille der auswärtigen Crfole eiten, welche er nunmehr mit Kraft und Erfolg leitete. Als Graf Liverpool im Febr. 1827 die Regierung niederlegte, wurde C. end ich nach mancherlei Parteitäumpfen erster Minister, worauf seine weniger freisinnigen aristokratischen Kollegen Sir Robert Peel und der Herzog von Wellington aus dem Ministerium traten. Nachdem C. bereits 1825 in Europa das erste Beispiel der Anerkennung der amerik. Freistaaten gegeben hatte, befreite er endgültig die brit. Politik von der Kabinettspolitik der Heiligen Allianz, ordnete die Verhältnisse Bra-Frantt und Portugals und schloß mit Rußland und rankreich zu Gunsten der riechen und zur Erhaltung des europ. Friedens den Londoner Traktat vom 6. Juli 1827. Im Innern leitete er die Aufh der Korngesetze ein, erklärte sich für die frei⸗ — iken und suchte die Fesseln zu lösen, durch welche ckerbau, Gewerbe und Handel gelähmt wurden. Doch erlag seine Gesundheit bald den Anstrengungen seines Amtes und den Angriffen der Tories, die ihn als einen Abtrunnigen betrachteten. Er starb 8. Aug. 1827 zu Chiswick im Landhause des Herzogs von Devonshire unweit London und erhielt der Westminsterabtei neben Pitt sein Grab. Als at, sind unter R aufzusuchen. Parlamentsredner + er einen ausgezeichneten Rang. Er besaß großen Scharfsinn, bedeu-Witz. Seine Reden erschienen gesammelt zu London 1825 und in R. Therrys Speeches of C. with a memoir of his lifes (6 Bde., Lond. 1828). Seine Witwe erhielt im Jan. 1828 die Peerswürde. Vgl. Bell, Life of George C. (Lond. 1846); Stapleton, C. and his timesv (Lond. 1859).