Isturiz (Don Francisco Xavier de), span. Staatsmann, geb. 1790 zu Cadiz, machte sich 1 litisch zuerst dadurch bekannt, daß er nach der Restauration König Ferdinands VII. den Mißvergnügten sein Haus zu Cadiz als Versammlungsort anbot. Hier wurde der Aufstand vorbereitet, der unter Quirogas und Riegos Leitung 1. Jan. 1820 in Spanien ausbrach. Nach der Wiederherstellung der Konstitution begab sich J. nach Madrid. Im J. 1822 zum Mitglied der Cortes, 1823 zum Präsidenten derselben erwählt, ging er mit nach Sevilla und dann nach Cadiz. Nach der Restauration zum Tode verurteilt, flüchtete er nach England. Im J. 1834 kehrte er nach Spanien zurück, wurde von der able und Cadiz zum Procurador bei den Cortes erwählt und brachte 1835 den Aufstand der Milicia urbana zu Stande, der aber durch den General Quesada unterdrückt wurde. Er wurde dann Präsident der Rammer der Procuradoren, die aber Mendizabal im Jan. 1836 auflöste. Nach Mendizabals Falle übernahm J. 15. Mai 1836 das Ministerium des Auswärtigen und den Vorsitz im Ministerrate. Doch mußte er, nachdem die Königin-Regentin gezwungen worden war, die Konstitution von 1812 zu proklamieren, nach Lissabon flüchten, von wo er sich nach England einschiffte. Kurze Zeit nachher ging er nach Paris, wurde dann in die Cortes von 1838 erwählt und Präsident des Kongresses. Nach dem Rücktritt des Ministeriums Narvaez im Febr. 1846 trat J. an die Spitze des neuen Kabinetts, das schon im April wieder Narvaez weichen mußte. Do einige Wochen später ward letzterer wieder du das Kabinett J. Mon-Pidel verdrängt, unter we chem 10. Okt. die Doppelheirat der Königin Isabella und ihrer Schwester zu Stande kam, das aber sooa im Dezember desselben Jahres infolge der Haltung der Cortes zurücktrat. J. war dann einige Zeit span. Gesandter in London und ging 1856 in au ordentlicher Sendung nach Petersburg. Später war er abermals span. Gesandter in London, 1862 Präsident des Staatsrats zu Madrid und 1863—64 Gesandter in Paris. Er starb 16. April 1871.