FeedCarafa (Michele)
MusikBrockhaus 1882

Carafa (Michele), ital. Opernkomponist, geb. zu Neapel 28. Nov. 1785, machte frühzeitig in seiner Baterstadt Musikstudien und erhielt dann später in Paris Cherubinis Unterweisung. Schon im Alter von 17 J. hatte er sich in einigen theatralischen Cantaten und auch in einer Oper: 4II Fantasma, versucht. Dennoch wandte er sich der Musik als Lebensberuf 990 nicht zu, sondern trat in Murats Armee und wohnte als Offizier bis 1814 verschiedenen Feldzügen bei. Sodann erst ging er zur Tonkunst über, debutierte mit der Oper a II Vascello 1Oecidente und ließ dieser auf verschiedenen ital. Bühnen bis 1821 noch acht bis zehn andere folgen, darunter 4Gabriele di Vergiv, 4Adele di Lusiguano , 4 Berenicen, 4I due Figaro„. Hierauf schrieb er abwechselnd für Paris und für Italien, unter anderm J.e Solitaires (1822, seine populärste Oper), Eufemio di Messinas (1823), Abufaro (1823 auch in Wien gegeben), Le Valet de chambre (1824), 4II Parias (1826). Von 1827 ab, wo er sich gänzlich in Paris niederließ, gab er bis in die Mitte der dreißiger Jahre von bekannter gewordenen Opern noch La Violetten (1827), Masaniellos (1828, seine beste Oper), La prison d'Edimbourgo (1833) heraus. Eine lange Reihe von Jahren bekleidete er eine Kompositionsprofessur am Konservatorium in Paris und starb daselbst 26. Juli 1872. In seinen 28—30 Opern zeigt C. sich als. Tonsetzer von Bildung und Geichmack, aber nicht von eigentümlichem Erfindungsgepräge. Franz. und ital. Muster sind bei C. unverkennbar.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 936Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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