FeedCardy
PflanzenreichBrockhaus 1882

Cardy, Cardone oder Spanische Artischocke, Cynara cardunculus, eine perennierende, zur Familie der Korbhlütler (Compositae) gehörige Pflanze, die in den Mittelmeerländern einheimisch ist. Nach Loudon wurde sie in England und Frankreich schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. in den Küchengärten angebaut. In Deutschland, wo sie viel später Eingang fand, wird sie nur selten, und zwar ausschließlich in herrschaftlichen Gärten kultiviert. Den nutzbaren Teil der Pflanze bilden die dicken, markigen, in eine starke Mittelrippe auslaufenden Blattstiele. Damit diese jedoch die für den Küchengebrauch erforderlichen Eigenschaften erhalten, müssen die Blätter vom September an, wo sie vollkommen ausgebildet sind, gebleicht, d. h. mit einigen Eim Wireirat zusammengebunden, die Pflanzen aber in Wirrstroh ganz eingehüllt werden, um sie der Einwirkung des Lichts zu entziehen. Für den Winterverbrauch bindet man die Blätter zusammen und hebt die Pflanzen mit einem guten Erdballen aus, um sie auf ein in einem trockenen, luftigen Keller hergerichtetes Beet zu setzen. Der C. wird erst nach Mitte Mai ausgesät, da er andernfalls schon im ersten Jahre seine Fruchtköpfchen erzeugen und für den Kuchengebrauch nicht mehr tauglich sein würde. Er erfordert zum Gedeihen ein sehr nahrhaftes Erdreich und häufige und reichliche Bewässerung. Von den aus der Stammart entstandenen Sorten sind einige in verschiedenem Grade stachelig, andere unbewehrt. Zu den erstern gehört die geschätzteste, der C. von Tours. Von der Artischocke unterscheidet sich der C. durch höhern Wuchs Im hoch), viel längere Blätter und kleinere, sehr stachelige, ungenießbare Blütenköpfchen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 944Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6