FeedArnioa
PflanzenreichBrockhaus 1882

Arnioa, eine Linnésche Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen, Abteilung der Korymbiferen, deren im ganzen wenige Arten perennierende Kräuter sind, welche vorzugsweise im arktischen Nordamerika und Sibirien wachsen. In Europa kommen nur zwei Arten vor, von denen die eine, in Deutschland unter dem Namen Wohlverleih und Arnika bekannte Art, A. montana L., sehr verbreitet ist, namentlich auf Wiesen in Gebirgen. Diese heilkräftige Pflanze treibt aus ihrem schief im Boden liegenden Wurzelstock einen 30—60 em hohen, meist einfachen, mit zwei oder vier gegenständigen Blättern besetzten Stengel, welcher an seiner Spitze (ebenso die etwa vorhandenen AÄste) ein bis 5 em im Durchmesser haltendes Blütenkörbchen mit dunkelgoldgelben Strahl-⸗ und Scheibenblüten trägt. Die Korbhülle besteht aus ein er doppelten Reihe linealer, grüner Schuppenblättchen. Die gegenständigen Blätter bilden am Grunde eine Rosette oder einen Büschel, sind länglich-eiförmig, ganzrandig und fünfnervig, die Blütenstiele und Korbhüllen .— behaart. Diese Pflanze wird sowohl von Ärzten als in der Volksheilkunde vielfach angewendet, und zwar benutzt man Blüten und Wurzel (offizinell als Radix und Flores Arnicae). Sie sind kräftige Erregungsmittel für das gesamte Nerven⸗ und Gefäßsystem, weshalb man die Wurzeln in Pulverform, die Blumen im Aufguß in kleinen Gaben innerlich gibt. In großen Gaben bewirkt die Wurzel heftiges Erbrechen. Außerdem bereitet man aus den Blüten Arnika-Tinktur, welche äußerlich bei Quetschungen und überall, wo ausgetretenes Blut resorbiert werden del (nicht aber bei Wunden) vortreffliche Dienste leistet. In der Wurzel und in den Blüten findet sich in geringer Menge ein eigentümlicher Stoff, das Arnicin, welches als ein goldgelber amorpher, in Weingeist und Ather leicht löslicher Körper dargestellt wird; außerdem enthält die Arnikapflanze noch ein ätherisches öl, das sog. Arnika-Ol, das eine gelbliche Farbe und einen eigentümlichen Geruch besitzt und in Weingeist leicht löslich ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 939Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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