FeedCarica (ital., d. h. Last, das franz. charge)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Carica (ital., d. h. Last, das franz. charge), ein früheres großes Gewicht, auch Inhaltsmaß an einigen ital. Orten. In Venedig war die C. ein Gewicht von 4 Ctr. (centinaja) oder 400 Pfd. Leichtgewicht 120,402 kg, in Mailand (carga oder carica) ein Maß für Hafer von 9 Staja = 164,514 U, in dem jetzt franz. Nizza (earica, carga) ein Getreidemaß von 160 I, ein Flüssigkeitsmaß von 94,35 1 und angeblich auch ein Gewicht von 300 Pfd. =93,488 Kg. OCarica L., Pflanzengattung aus der Familie der Cucurbitaceen Man neuerdings zu den Passifloreen gerechnet). Man kennt gegen 20 Arten, die sämtlich im tropischen Südamerika einheimisch sind. Es sind Bäume oder Sträucher mit breiten, oft weißlichen oder gelbgrünen Blüten. Die männlichen Doigen wie die weiblichen haben einen kleinen fünfzähnigen Kelch; die Blumenkrone der erstern ist ßt, sind unter K aufzusuchen. tellerförmig, die der weiblichen dagegen fünfblätterig; die männlichen haben zehn Staubgefäße, die wei lichen fünf Narben. Die Frucht ist eine fleischige Beere. Die wichtigste Art ist der in allen Tropengegenden vielfach kultivierte Melonenbaum, C. Papaya L. (s. Tafel: Cucurbitaceen, Fig. 6). Die Frucht desselben hat ungefähr die Form und Größe einer Melone, ist im reifen Zustand wachs- oder pomeranzengelb und enthält ein saftiges, goldgelbes, süßes, wohlschmeckendes Fleisch. Sie ist ein wichtiges much un den ubri sowohl im tropischen Afrika wie auch in den brigen Tropengegenden; sie wird teils mit Salz oder mit Zucker, teils auch wie Gurken eingemacht gegessen. Der ganze Baum, vorzüglich aber die Frucht, enthält einen milchartigen Saft, der die Eigenschaft besitzt, selbst das härteste Fleisch I schnell mürbe zu machen. Setzt man dem Wasser, in welchem Reich zubereitet werden soll, nur eine geringe Menge des Saftes zu, so genügt schon eine Temperatur von 70—80 C., um das Fleisch vollständig weich zu machen, ja selbst zum Zerfallen zu bringen. Nach vielen Berichten von Reisenden sollen in manchen Tropengegenden, aat auf Java, die Eingeborenen das Fleisch in Blätter des Baumes wickeln und eine Zeit lang darin liegen lassen oder auch an dem Baume selbst zwischen den Blättern aufhängen, um es mürbe zu machen. Es scheinen also die Ausdünstungen der Blätter ähnlich zu wirken wie der Milchsaft selbst. Auch zum Gerinnen der Milch eignet sich der Saft sehr gut, denn schon die geringsten Quantitäten rufen in frisch gemolkener 100 75 ein Gerinnen hervor; dieser Prozeß geht noch schneller vor sich, wenn die Milch dabei auf etwa 50* C. erwärmt wird. In welcher Weise der Saft wirkt und was der wirksame Bestandteil desselben ist, kann nicht genau angegeben werden, da ar100 Untersuchungen hierüber noch fehlen. arloo (ital.), s. Cargo.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 947Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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