Cariera (Rosalba), auch Carriera, ausgezeichnete Malerin des 18. Jahrh., besonders durch ihre feinen, weichen Porträtauffassungen berühmt. Ihre Heimat ist Venedig, wo sie 7. Okt. 1675 geboren wurde und unter Lazzari, dann bei dem tüchtigen Balestra lernte. Ihr Leben war ein ziemlich bewegtes und geräuschvolles, wie es die bald .—+½ gewordene Berühmtheit der Künstlerin mit sich brachte. Gefeiert und bewundert durchwanderte sie verschiedene Länder, verweilte an den meisten Höfen und hatte stets vollauf zu schaffen. Schon in der Heimat gelangen ihr kleinere Olbilder und Miniaturen besonders, dann kultivierte sie fast ausschließlich die in jener Zeit so beliebte Technik der Pastellmalerei und erreichte in diesem Fache einen Grad der Vollkommenheit, den 0 wenig Zeitgenossen streitig machen können. Bei der zartesten Weichheit haben ihre Bildnisse koloristisch eine Kraft, welche an die Technik der Olmalerei heranreicht, sie weiß geistvoll zu charakterisieren und verfügt über den Zauber der Anmut in reichstem Maße. In Wien hielt sie sich längere Zeit auf, dann am franz. Hofe. Aus dieser Zeit stammt ihr interessantes Tagebuch: «Diario degli anni 1720 ed 1721, welches 1793 in Venedig erschien. Sie porträtierte viele Personen des wiener Hofs und der Aristokratie, Kaiser Karl VII., König August III. von Polen lin der kaiserl. Galerie zu Wien), den Prinzen von Mecklenburg, den Kurfürsten von Bayern und die franz. Königsfamilie. Die österr. Aristokratie (Fürst Liechtenstein u. a.) sind ebenfalls im Besitze von Werken der C., Dresden besitzt 157 Bilder von ihr. Später begab sie sich nach Venedig zurück, blieb aber der Gegenstand steter Auszeichnung und Bewunderung von ganz Europa. Zahlreiche Akademien ernannten sie — ihrem Mitgliede. Mehrere Jahre pvor ihrem 15. April 1757 erfolgten Ableben erblindete sie total. Ihre Werke, unter denen außer Porträts auch religiöse Stoffe vorkommen, sind von . E. Haid, Sinzenich, Epicie u. a. gestochen. — hre Schwester Johanna war eine tüchtige Miniaturmalerin; sie starb 1737.