Catalani (Angelica), eine der berühmtesten ital. Sängerinnen, geb. 1779 zu Sinigaglia im Kirchenstaate, wurde im St. Lucienkloster zu Gubbio bei Rom erzogen und erregte schon hier als Kind durch ihr Gesangstalent allgemeine Bewunderung. Sie bereitete sich unter verschiedenen Lehrern für die theatralische Laufbahn vor, trat mit 15 J. in Venedig, 1801 in Mailand auf und sang in den größern Städten Italiens, bis sie einem Rufe nach Lissabon folgte. Hier war sie einige Jahre hindurch neben Crescentini und der berühmten Gafforini eine Zierde der Italienischen Oper. In Madrid, wohin sie sich nun wendete, nahm sie in ihrem ersten Konzert 60000 Frs. ein; darauf ging sie nach Paris, wo sie alles in Enthusiasmus versetzte, desgleichen in London, wo sie acht Jahre engagiert war und ungeheuere Einnahmen erzielte. Sie kehrte 1814 nach Paris zurück, um die Direktion der Wamihnrte Oper zu übernehmen, wobei sie jedoch namhafte Verluste erlitt, da ihr Gatte, der ehemalige franz. Kapitän von Valabrögue, sich in die Leitung der Oper auf ungeschickte und herrschsüchtige Weise einmischte. Von 1818 an machte sie wiederholte Reisen durch Deutschland, Dänemark, England, Italien, Schweden, Polen und Rußland, rmißt, sind unter K aufzusuchen. welche 1828 mit ihrem Konzert in Berlin endeten. Sie zog sich dann 1830 auf eine von ihr erkaufte, früher der Familie Medici gehörige Villa bei Florenz zurück, wo sie ihren Kindern lebte und stimmbegabte Mädchen unentgeltlich unterrichtete. Im Sommer 1849 wandte sie sich mit ihren Töchtern auf einige Zeit nach Paris, um den polit. Unruhen Toscanas aus dem Wege zu gehen. Einige Tage nach ihrer Ankunft zu Paris ward sie von der Cholera befallen, der sie 13. Juni 1849 erlag. Mit körperlicher Schönheit, einem lebhaften Spiele, einem weiten Umfange und einer herrlichen Klangkraft und Irermudt eit der Stimme verband sie eine durch unermüdlichen Fleiß erlangte Fertigkeit, womit sie alles zur Bewunderung hinriß, ohne jedoch in gleichem Grade auf Herz und Gemüt zu wirken. Ihre Stimme war eine der vollkommensten und stärksten, welche man im Kunstgesange gehört hat, obwohl die technische Durchbildung derselben nicht ohne Mängel war.