FeedCarmer (Joh. Heinr. Kasimir, Graf von)
GeschichteBrockhaus 1882

Carmer (Joh. Heinr. Kasimir, Graf von), preuß. Justizminister, geb. 29. Dez. 1721 in der damals kurpfälz. Oberamtsstadt Kreuznach, trat aus dem pfälz. 1749 in den preuß. Staatsdienst, wurde 1750 Regierungsrat in Oppeln, 1751 Direktor und 1763 Präsident der Regierung zu Breslau, 1768 Justizmißt, sind unter K aufzusuchen. minister und Chef-Präsident sämtlicher Regierungen in Schlesien. Der König Vort ihn 1779 an die Stelle des Freiherrn von Fürst zum Großkanzler und Chef dé justice und uübertrug ihm die Reform des her von Cocc „nachdem die vom 41. Großkanzler von Cocceji ausgegangenen Verbesserungen sich mehrfach ein hoher gezeigt hatten. Energie, Umsicht und ein hoher Gerechtigkeitssinn bezeichneten seine Amtsverwaltung. Ihm dankt Preußen unter vielen andern nützlichen Veranstaltungen besonders die Einrichtungen der ritterschaftlichen Kreditsysteme, die Vorbereitung des Allgemeinen Landrechts, vor allem aber die Verbesserung des Civilprozesfes und der Gerichtsverfassung. Er zog sich 1798 aus dem öffentlichen Leben auf sein Gut Rützen bei Guhrau zurück. Von König Friedrich Wilhelm III. 1798 in den Grafenstand er oben, starb er 23. Mai 1801. Vgl. C., preuß. Großkanzlerv (Bresl. 1802).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 4Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6