FeedBeyme (Karl Friedr., Graf von)
GeschichteBrockhaus 1882

Beyme (Karl Friedr., Graf von), preuß. Staatsmann und Minister, geb. 10. Juli 1765 zu Königsberg in der Neumark als der Sohn eines Feldchirurgen, studierte die Rechte zu Halle und wurde allmählich im Justizfache bis zum Kammergerichtsrat bem 120 der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms III. wurde er herangezogen, um bei den neuen Reformen mit thätig zu sein, und als 1800 der U20 Kabinettsrat Mencken sich zurückzog, zu dessen Nachfolger im Kabinett ernannt. Die wichtigsten Entscheidungen gingen zu jener Zeit nicht von den Ministerien, sondern vom Kabinett aus, und B.s Stellung war deshalb eine überaus einflußreiche. Sein klarer und überzeugender Vortrag gewann ihm das Vertrauen des Königs. Weder Stein noch Hardenberg liebten ihn, zum Teil wegen seiner den önlichen Schroffheit und seiner Abneigung gegen den Adel, jedenfalls aber auch wegen der dominierenden Stellung des Kabinetts dem Ministerium gegenüber. Nach dem Rücktritt Hardenbergs wurde B. Ende 1808 zum Großkanzler im Justizministerium ernannt, nachdem er seit 1807 als Präident des Kammergerichts fungiert hatte. vich in eziehung auf diese letztere Stellung ist er viel ach etadelt worden. Er trat oft dem Gange der Justiz hemmend in den Weg, nahm die Beamten Übermäßig in Schutz und widersetzte 1 allen wesentlichen Verbesserungen in seinem Ressort. Nach dem Wiedereintritt Hardenbergs in die Regierung nahm B. 1810 seine Entlassung, fungierte in der Folge eine Zeit lang als Civilgouverneur von Pommern und trat erst 1814 wieder in den regelmäßigen Dienst als Mitglied des Staatsrats 30 Justizsachen. Bald darauf wurde er Chef der Kommission zur Prüfung der Justizverwaltung; daneben hatte er Sitz und Stimme im Staatsministerium. Obwohl er lange Zeit den ihm vom König angebotenen del ausschlug, wurde er dennoch 1816 in den Grafen⸗ * erhoben. Nachdem er 1819 zugleich mit den inistern Boyen und W. von Humboldt aus dem Staatsdienst getreten war, weil er der wachsenden Reaktion nicht mehr Einhalt thun konnte, lebte er HH auf seinem Schloß Steglitz bei Berlin, wo er 8.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 937Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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