FeedCaspari (Karl Paul)
ReligionBrockhaus 1882

Caspari (Karl Paul), gelehrter Exeget und Kirchenhistoriker, geb. 8. Febr. 1814 zu Dessau, von jüd. Herkunft, studierte zu Leipzig und Berlin und folgte, nachdem er längere Zeit in Leipzig gelebt, 1847 einem Rufe als Lektor und Fakultätsmitglied an die Universität zu Christiania, wo er 1857 zum Professor der Theologie ernannt ward. Seinen Ruf als gelehrter und scharfsinniger Ausleger des Alten Testaments begründete er durch den Kommentar über den Propheten Obadja (Lpz. 1842) und die Beiträge zur Einleitung in das Buch Jesaias (Berl. 1848), welchen er seit s einer Übersiedelung nach Norwegen noch die Untersuchungen «über den syrisch-ephraimitischen Krieg unter Jotham und Ahas» (Christ. 1849) und «Uber Micha und seine prophetische Schrifto (Christ. 1852) sowie den Anfang eines Kommentar zum Propheten Jesaiav (Christ. 1867) und eine Schrift (Zur Einführung in das Buch Danielo (Lpz. 1869) folgen ließ. In das Komitee zur Herstellung einer neuen norweg. Bibelübersetzung gewählt, nahm C. an dieser Arbeit den thätigsten Anteil. Später wendete er seine Forschungen besonders der Geschichte des apostolischen Symbols und der übrigen altkirchlichen Symbole zu und unternahm behufs der Auffindung neuer Quellen verschiedene wissenschaftliche Reisen. Die Ergebnisse dieser Bestrebungen legte er in den Schriften Quellen zur Geschichte des Taufsymbols und der Glaubensregelo (4 Bde., Christ. 1866— 79) und „Historisk-kritiske Orzentalltee over en Del virkelige og formentlige orientalske Daabsbekjendelserv (Christ. 1881), sowie in einer Reihe von Abhandlungen in der von ihm mit Nissen und Johnson herausgegebenen «Theologisk Tidsskrift for den evangelist-lutherske Kirke i Norge (seit 1858) nieder. Zahlreiche Beiträge von ihm, besonders über Gegenstände der alttestamentlichen Exe3esa und Kritik, sind auch in der cgeitschrift b0 die esamte luth. Theologie und Kirche » enthalten. Außerdem hat C. in seiner Grammatica arabica (Lpz. 1844—48; 2. Aufl. 1858) und der Ausgabe 1838) Arbeiten geliefert, die als akademische Lehrbücher weite Verbreitung fanden. aspary (Robert), Botaniker, geb. zu Königsberg 29. Jan. 1818, besuchte das Kneiphöfische Gymnasium daselbst, studierte seit 1837 zuerst Theologie und Philosophie in Königsberg, dann Naturgeschichte in Bonn, war hierauf Hauslehrer, habilitierte sich 1848 in Bonn für Botanik und Zoologie, 1851 für Botanik allein in Berlin und 1856 wieder in Bonn. Im J. 1858 wurde er zum ord. Professor der Botanik und Direktor des königl. botan. Gartens in Königsberg ernannt. Seine in verschiedenen Zeitschriften zerstreuten Arbeiten sind vorzugsweise auf Wasserpflanzen bezüglich. Als Stifter des preuß. botan. Vereins (gegründet 1862) ist C. bestrebt, die geogr. Verbreitung der Pflanzen in Preußen in einer bisher nie eingeschlagenen planmäßigen Weise festzustellen. 106 EKm im SO. von Saragossa, am linken Ufer des Guadalope, nahe bei seiner Mündung in den Ebro, in 149 m Höhe. Die (1877) 9157 C. treiben einträglichen Wein- und Olbau.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 42Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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