Chwolson (Daniel), namhafter Altertumsforscher, geb. 10. Dez. 1820 in Wilna, von jüd. Abkunft, genoß in seiner Jugend Unterricht in den talmudischen up degab ch. erlernte dann die deutsche Sprache und begab sich, nachdem er als Autodidakt mit dem Lateinischen und Griechischen sich bekannt gemacht hatte, 1840 nach Breslau, wo er sich dem Studium der orient. Sprachen widmete; 1847 ging er nach Wien, um die dortigen orient. Handschriften zu benutzen, und wandte sich 1850 nach Petersburg, wo er an einigen Akademikern Förderer seiner orient. Studien fand und es ich durch deren Vermittelung Drechchl sein nach verschiedenen Seiten hin bahnrechendes Werk: «Die Ssabier und der Ssabismuso (2 Bde., Petersb. 1856) durch die dortige Akademie veröffentlicht zu sehen. Diesem Werke folgte die (gleichfalls durch die kaiserl. Akademie in deren Memoiren veröffentlichte) Schrift: «lüber die überreste der altbabylon. Litteratur in arab. Übersetzungen » (Petersb. 1859) und die Abhandlung alüber Tammüz und die Menschenverehrung bei den alten Babylonierno (Petersb. 1860). C. erhielt 1855, zum Christentum übergetreten, eine Anstellung als ord. Professor der orient. Fakultät an der Universität und 1858 als Professor der hebr. Sprache und biblischen Archäologie an der russ. Geistlichen Akademie zu Petersburg und hat sich namentlich um die wissenschaftliche Erkenntnis des semit. Altertums, die semit. Epigraphik und die semit. Religionsgeschichte Verdienste erworben. Von seinen Schriften sind noch hervorzuheben: cliber einige mittelalterliche Beschuldigungen gegen die Juden» (russisch, Petersb. 1861), «Achtzehn hebr. Grabschriften aus der Krimo (Petersb. 1865), Nachrichten über Chazaren, Burtassen, Bulgaren u. s. w. des Ibn-Dastay (russisch, Petersb.1867), Die semit. Völker» (Berl. 1872), „Das letzte Abendmahl und der Todestag Christis (russisch, Petersb. 1875—78; 2. Aufl. 1880), (Corpus inscriptionum hebraicarumo (Petersb. 1882), enthaltend hebr. Inschriften in Quadratschrift von der ältesten Zeit an und Schriftproben aus hebr. stow (Dimitri ten vom 9. bis 15. Jahrh.