Cato bn von Porcius), Censorius und später, um ihn von dem uticensischen C. zu unterscheiden, Priscus und Superior (der Alte, Altere) aber nannt, geb. 234 v. Chr. (nach einer andern, aber irrigen Angabe 238) zu Tusculum, erbte von seinem Vater ein Bauergut im Lande der Sabiner. Seine Jugend fiel in die Zeit der Anwesenheit Hannibals in Italien, und seit 217 v. Chr. diente er Jahr um Jahr im röm. Heere. Während der Winterquartiere war er in seiner Heimat als Sachwalter und Ratgeber thätig. Lucius Valerius Flaccus, ein edler Römer, der in der Nähe eine Besitzung hatte, lud — ein, nach Rom zu kommen, und erkannte, welche kräftige Stütze des alten Römertums gegen die neuen, immer weiter um sich greifenden Richtungen C. sein würde. C. trat nun auf dem Forum . Rom als Redner vor Gericht mit großem Erfolge auf und ward 204 zum Quästor gewählt, als welcher er dem ältern Publius Cornelius Scipio nach Sicilien und Afrika folgte; 199 war er Adil, im folgenden Jahre Prätor und erhielt als solcher Sardinien zur Provinz, wo er sich durch uneigennützige Gerechtigkeit, namentlich auch durch Strenge gegen die röm. Wucherer auszeichnete. In seinem Konsulat, welches Amt er 195 mit seinem alten Gönner Valerius Flaccus als Kollegen bekleidete, widersetzte er sich eifrig, aber ohne Erfolg der Abschaffung der Lex Oppia, welche in den bedrängten Zeiten des zweiten Punischen Kriegs gegeben worden war und den Luxus der Frauen beschränkte. Darauf Eud er außerordentlicherweise als Konsul nach panien, wo die Empörung nach dem Abgange des ältern Scipio 206 ausgebrochen und nie völlig unterdrückt worden war und wo dann im J. 197, nachdem kurze Zeit Ruhe geherrscht hatte, eine große 6Stegen stattgefunden hatte. Durch wiederholte Siege unterwarf C. die Provinz aufs neue und ordnete ihre innern Verhältnisse; die span. Städte mußten ihre Mauern niederreißen. dennoch brach bald nach dem Abgange C.s, dem bei seiner Rückkehr nach Rom die Ehre des Triumphs bewilligt ward, der Aufstand von neuem los. Im J. 191 begleitete er, obgleich Konsular, mit dem Amte eines Kriegstribunen, thatsächlich aber in viel einflußreicherer Stellung, den Konsul Manius Acilius Glabrio nach en Marsch u gegen Antiochus. Durch einen 4 Kan arsch überstieg er mit seinen Soldaten den Kallidromos, eine der steilsten Höhen des Sta, und entschied dadurch den Ausgang der Schlacht in den Thermopylen, dur welche Antiochus zur schleunigen Rückkehr na Asien Der fenn ward. Dies war sein letzter 2ãzug, aber — — Thätigkeit für den Staat war hiermit nicht beschlossen; bis beri Ende seines Lebens wirkte er, als Redner hochberühmt, im Senat, vor den Lentorwinde dhtert und in den Gerichten. Die Censorwürde erhielt er 184, wieder mit Valerius Flaccus; durch die Strenge, mit der er dieses Amt verwaltete, erlangte er, daß ihm der Name Censorius, den jeder, der dies Amt bekleidet hatte, trug, als beständiger Beiname verblieb. Kräftig, obwohl ohne dauernden Erfolg, strebte er, die altröm. Einfalt und Strenge der Sitten zu schützen und die Entsittlichung zu verbannen, die mit der wachsenden Macht und dem steigenden Reichtume damals infolge des Macedonischen und Syrischen Kriegs in Rom einbrach; aber auch seinen Haß gegen die meisten Glieder der Nobilität, die ihm mißt, sind unter K aufzusuchen. selbst freilich als einem aendlich Neuling (Bomo f novus) von Anfang an feindlich entgegengetreten war, suchte er als Censor, wie sein ganzes Leben hindurch, zu befriedigen. Fortwährend in den öffentlichen Angelegenheiten als Senator thätig, ward er 157 nach ittateite geschickt, um als; Schiedsrichter in Streitigkeiten, die sich zwischen den Karthagern und dem numidischen 2 asinissa erhoben Rreben aufzutreten. Beleidigt durch das Widerstreben der Karthager, kehrte er nach Rom zurück. Seit dieser Zeit, wo er das rasche Wiederaufblühen der karthag. Macht, in der er Roms gefährlichste Feindin erkannte, selbst gesehen hatte, vertrat er mit äußerster und hartnäckigster Entschiedenheit die Ansicht, daß Karthago vernichtet werden müsse. Er gab derselben auch, so oft er im Senat sprach, mit oder ohne Anlaß. Ausdruck, wenn auch nicht gerade mit den von keinem lat. Schriftsteller überlieferten Worten: „Ceterum censeo, Carthaginem esse delendamo (s. d.), und zu der Erklärung des Kriegs, welche 150 wirklich erfolgte, trug er am meisten bei. Die griech. Bildung schien ihm, obwohl griech. Sprache und Litteratur ihm nicht fremd waren, verderblich für die röm. Sitten; darum drang er 155 auf schleunige Abfertigung der drei Philosophen, die von Athen als Gesandte nach Rom geschickt waren, damit sie nicht durch ihre öffentlichen Vorträge auf den Geist der röm. Jugend schädlich einwirken könnten. C.s polit. Leben war ein steter Kampf gegen die Nobilität, daher die häufigen Anklagen, die von ihm selbst und die gegen ihn vor Cache erhoben wurden; er führte stets selbst seine Sache und ward nie verurteilt. C. starb 149 v. Chr. In seinem Privatleben zeigte sich C. ebenfalls als Verehrer und Pfleger altröm. Zucht und Sitte; deshalb liebte und trieb er den Ackerbau eifrig, als die echte alte nationale Beschäftigung der Römer. Sparsamkeit, Festigkeit, Unbestechlichkeit zeichneten 10 aus. Sein Selbstgefühl riß ihn indes 15 Ruhmredigkeit hin, und 150 werden sanr Haß und Rachgier gegen seine Feinde werden ihm nicht mit Unrecht vorgeworfen. Auch körperlich war C. eine kernhafte, kräftige und gesunde Natur mit mächtiger Stimme, aber von wenig gewinnender Erscheinung mit rötlichen Haaren und trotziger Miene. Vielleicht noch bedeutender denn als Staatsmann war C. als Schriftsteller. Er versuchte, ohne die Benutzung der Griechen zu verwerfen und zu verschmähen, auf dem richtigen Wege eine nationale prosaische Litteratur zu schaffen. Leider blieb aber von C.s Schriften nur ein Werk erhalten, und auch dieses wohl nur in einer Uberarbeitung: De ré rusticap, das am besten in Schneiders Ausgabe der »Seriptores rei rusticae (4 Bde., Lpz. 1794—97) und in einer neuen krit. Ausgabe von Keil (Lpz. 1882) herausgegeben ist. Die auf uns gekommenen Fragmente seiner Reden, von denen Cicero noch 150 kannte, sind in Meyers „Oratorum Romanorum fragmenta (Zür. 1842) esammelt. Sehr zu bedauern ist der Verlust seines großen Geschichtswerks «Originesp. Die noch vorhandenen Bruchstücke desselben haben in neuerer Zeit Wagener (Bonn 1849) und Bormann Brandenb. 1858) zusammengestellt. Außerdem at C. namentlich noch in der Form von Anweiungen an humit. Sohn kurze Lehr⸗ und Hilfsbücher über Redekunst, Heilkunde, Kriegs⸗ und Rechtswissenschaft und Landwirtschaft, sowie eine ebenfalls an diesen gerichtete poetische Sittenlehre verfaßt. Die Fragmente dieser wie aller Schriften C.s überhaupt hat Jordan (Lpz. 1860) herausgegeben. Biographien des C. finden sich in den Lebensbeschreibungen des Cornelius Nepos und Plutarch. Vgl. von neuern Darstellungen seines Lebens: Gerlach, KMarcus Porcius C., der Censorv (Stuttg. 1869); O. Jäger, «Darstellungen aus der röm. Geschichtes (Bd. 3: «Marcus Porcius C. v, Halle 1870); Kurth, «Caton Pancieno (Lüttich 1872). C.s ältester her Mutter Sohn mit dem von dem Namen seiner Mutter abgeleiteten Beinamen Lieinianus, der noch zu Lebzeiten seines Vaters nach seiner Wahl zum Prätor vor Antritt des Amtes 152 v. Chr. als Gatte einer Tochter des L. Amilius Paullus und Schwester des jüngern Scipio Africanus starb, zeichnete sich als jurist. Schriftsteller aus. — Der gleichnamige Sohn des letztern, als Enkel des Censorius mit dem Beinamen Nepos, Konsul 118 v. Chr., war ein tüchtiger Redner.