Cavendish (Henry), Sohn des Lords Charles C., eines Bruders des Herzogs von Devonshire, einer der letzten, aber auch wohl der bedeutendste Chemiker der neuern phlogistischen Schule (s. unter Phlogiston), wurde am 10. Okt. 1731 zu Nizza eboren, lebte als Privatmann und starb zu ondon 24. Febr. 1810. Seine Arbeiten auf dem Gebiete der Chemie beschäftigen sich fast sämtlich mit den Gasen, über welche bis zur Mitte des 18. Nuhrh die verworrensten Ansichten herrschten. Man hielt damals die Gase noch für gewöhnliche Luft, deren Eigenschaften durch fremde Beimengungen modifiziert seien. In seiner ersten 1766 erschienenen ton durcha zeigte C., daß Kohlensäure und Wasserstoff durchaus verschieden von atmosphärischer Luft seien, er bestimmte das Volumgewicht dieser beiden Gase, entdeckte die Eigenschaft des Wasserstoffs, mit Luft ein explodierbares Gemenge zu geben, und suchte das Volumverhältnis dieser Gase, bei welchem die stärkste Explosion eintritt, zu bestimmen. Er ermittelte die Mengen von Wasserstoff, welche gleiche Quantitäten verschiedener Metalle beim Übergießen mit Schwefelsäure entwickeln, stellte das Absorptionsvermögen von Wasser, Alkohol und Ol für Kohlensäure fest. In die J. 1783 —88 fallen seine Publikationen über die atmosphärische Luft, die zunächst eine neue eudiometrische Untersuchungsmethode bringen und sich dann mit den Veränderungen beschäftigen, welche die Luft erleidet, wenn andere Körper in ihr verbrennen. Er —7 daß bei der Verbrennung nur dann Kohlenäure gebildet wird, wenn der verbrennende Körper animalische oder vegetabilische IUπ' ist, daß beim Verbrennen von Wasserstoff und Sauerstoff ein dem verbrannten Gase gleiches Gewicht an Wasser entsteht; daß bei der Verbindung von Stickorxyd mit atmosphärischem Sauerstoff salpetrige Säure, beim Durchschlagen elektrischer Funken durch Luft Salpetersäure gebildet werde. Obgleich gerade seine Untersuchungen das Fundament wurden, von welchem aus die phlogistische Theorie gestürzt wurde, so blieb C. doch solange er lebte strenger Anhänger der alten Richtung. Er betrachtete die Metalle als mit Phlogiston verbunden und glaubte das mdeno in dem beim Lösen der Metalle entweichenden Wasserstoff gefunden; die Bildung von Salpetersäure aus Stickstoff und Sauerstoff erklärte er nicht als eine Verbindung dieser beiden Körper, sondern als eine Zerlegung phlogistisierter Luft. Mit diesen Untersuchungen schließen seine Untersuchungen auf dem chem. Gebiete ab. Das J. 1789 brachte dann noch eine höchst wichtige physik. Arbeit: «Versuche zur Bestimmung der Dichtigkeit der Erdkugel.v Alle seine Abhandlungen finden sich in dem Philosophical Transactionsv.