Boyle (Rob.), berühmter brit. Naturforscher, geb. zu Lismore in Irland 25. Jan. 1626 als der seine . Sohn Richards, Grafen von Cork, erhielt eine Erziehung vorzüglich in Genf unter der Leitung eines Franzosen. Nach dem Tode seines Vaters in den Besitz eines beträchtlichen Vermögens gelangt, beschäftigte er sich zuerst auf seinem Landute, dann in Oxford, wo er die Royal Society se half, und in London mit Physik und Chemie. ie Bacon hielt er den Weg der Erfahrung für den einzig zuverlässigen, um die Wahrheit zu finden, und unausgesetzt stellte er neue Versuche an, denen man die erste genaue Kenntnis von der Einsaugung der Luft bei den Verkalkungen und Verbrennungen und von der Zunahme des Gewichts der Metalloxyde verdankt. Er verbesserte Guerickes Luftpumpe und war überhaupt der erste, der die chem. Beschaffenheit der Luft in den Bereich seiner Forschungen zog. Dabei besaß er eine lebhafte, zu überspannten Ideen sich hinneigende Phantasie. Er starb zu London 30. Dez. 1691 und ward in der Westminsterabtei begraben. Von seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten sind die New experi⸗- ments touching the spring of the airy (Oxf. 1660), „Experiments upon colourso (Oxf. 1663) und Hydrostatical paradoxes o (Oxf. 1666) die wichtigsten. Gesammelt erschienen seine Werke zuerst in lat. Sprache zu Genf 1676. Vollständige Ausgaben derselben lieferten Birch (5 Bde., Lond. 17400 und Shaw (6 Bde., Lond. 1772). — Ro ger B., älterer Bruder des vorigen, der fünfte Sohn des Grafen von Cork, * 26. April 1621, hieß zuerst Lord Der Nem und wurde durch Cromwell für die Sache der Republik gewonnen, worauf er dem Protektor bei der Unterwerfung Irlands behilflich war. Von Richard Cromwell in den Dehanra at berufen, wirkte er trotzdem für die Restauration Karls II., der ihn 1660 zum Grafen von Orrery erhob. Die letzten Jahre seines Lebens widmete er litterarischen Arbeiten, die zum Teil erst nach seinem Tode, der 16. Okt. 1679 erfolgte, veröffentlicht wurden. Sein Roman «Parthenissav (3 Bde., Lond. 1665). ist im Stil der Scudery gehalten; außerdem schrieb er Trauerspiele, wie Mustaphay (1667), The black Lustspiele und Gedichte, die jetzt vergessen sind. Wichtiger sind die von seinem Urenkel 1742 herausgegebenen State letterso.