FeedBaeyer (Adolf)
NaturlehreBrockhaus 1882

Baeyer (Adolf), Chemiker, Sohn des vorigen, geb. 31. Okt. 1835 zu Berlin, besuchte das Friedrichin Derlgt mnasium daselbst, studierte 1853—59 in Berlin, Heidelberg und Gent Physik und Chemie, habilitierte sich 1860 in Berlin als Privatdocent, wurde darauf Lehrer der organischen Chemie an der berliner Gewerbeakademie, 1866 außerord. Professor, 1869 Lehrer der Chemie an der Kriegsakademie, 1872 ord. Professor der Chemie in Straßburg; 1875 siedelte er als Nachfolger Liebigs nach München über, wo unter seiner Leitung ein neues großartiges Laboratorium errichtet wurde. B. hat sich mehrere wichtige Entdeckungen auf dem Gebiete der organischen Chemie einen Namen gemacht. Seine Beschäftigung mit den Kondensationsprodukten, welche durch Einwirkung von Aldehyden auf Kohlenwasserstoffe und Phenole und besonders von ole enluchen, iuhrte z auf Phenole und Oxyphenole entstehen, führte zur Entdeckung eines grünen Farbstoffs, des Cöruleins, und eines schönen roten Farbstoffs, des Cosin (s. d.), welches eine große Bedeutung für die sche En erlangt hat. Ferner gelang ihm die künstliche Synthese des Indigoblau und zwar in solcher Form, daß dieselbe praktisch im großen ausgeführt werden kann. Endlich entdeckte B. bei der Reduktion von Indigo durch Zinkstaub das Indol, welches als Zersetzungsprodukt von Eiweißkörpern auch im menschlichen Organismus gebildet wird. Auch wurde in B.s Laboratorium 1868 von Graebe und Liebermann die künstliche Darstellung des Krapprots aus Steinkohlenteer und 1877 von Otto Fischer das Bittermandelölgrün entdeckt. Baza, Ciudad von (1877) 14377 C. in der span. Provinz Jaen in Andalusien, auf dem zwischen dem Guadalquivir und Guabalimar befindlichen Plateau Loma de UÜbda, in einer mit Ol- und Weinpflanzungen, Gemüsegärten und Weizenfeldern bedeckten Ebene, 5 Em westlich von Ubeda gelegen. Die Stadt war unter dem Namen Biatia schon zur Römerzeit ein ansehnlicher Ort, wovon noch viele Inschriften zeugen. Unter den Goten war sie errschast (Beatia) und stand unter maurischer Herrschaft als Haupt⸗ und Residenzstadt eines eigenen Königreichs der Zeiriden, Bajeza oder Bijasah (Albuscharat), in großer Blüte, wurde aber 1244 von den Castilianern erobert und von diesen gänzlich zerstört, später nach neuem Plane wieder aufgebaut. B. besaß eine 1533 gegründete Universität, die in neuerer Zeit eingegangen ist. Voch jetzt hat die im ganzen finstere und verödete Stadt einen bedeutenden Umfang, viele altertümliche, zum Teil sehr schöne got. Kirchen und Klöster sowie manche andere stattliche Baudenkmäler, die von dem frühern Glanze zeugen. Sehr schön sind das Oratorium San-Felipe-Neri und die Kollegiatkirche von Sta.⸗Maria del Alcäzar. Die Saahre mige Station der Bahn Manzanares-Cordova liegt 14 km westlich von B. b, sch oder Babel (vom ital. bavella), Ausschuß, schlechte Ware. Atene dag oder Überschlägelchen, der gespaltene Latz, welchen 54ls sowohl wie prot. Geistliche vorn über das Halstuch schlagen, aus der ehemaligen Haustracht bei erstern teilweise, bei letztern ganz in die Amtstracht den Eyfterre Die B. sind der letzte Rest des Drhzn itzenkragens, welcher um die Mitte des Dreißigjährigen Kriegs die früher übliche gefältelte Halskrause verdrängte. Nach der Mitte des 17. Jahrh. verlor dieser Kragen die Spitzen, 9 sich zusammen und bedeckte endlich als breiter Latz nur noch den obern Teil der Brust. Während die Laien ihn bald ganz aufaben und mit dem Halstuche vertauschten, behielten die Geistlichen denselben zuerst als Stück altehrwürdiger Mode, dann als auszeichnende Standestracht, und zwar in immer abnehmender Größe bei. Bei den Protestanten werden die B. weiß, bei den Katholiken schwarz mit weißen Rändern getragen. affetas, Baftas (frz. bafetas, engl. baffetas, baftas), ostind. weiße Kattune von I verschiedener Feinheit, die zum Teil in Europa bedruckt werden; die besten Gewebe dieser Art liefert Surat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 362Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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