Jakob, Herzog von Kurland, geb. in Mitau 28. Okt. 1610, war der Sohn des seines Herzog— tums für verlustig erklärten Herzogs Wilhelm. Er trat die Regierung 1639 an und schloß mit fast allen seefahrenden Mächten Handelsverträge ab. In Afrika erwarb er Gambia und die St. Andreasinsel und vom Grafen Warwick die Insel Tabago in Ame— rika. Sein Name hat sich in Kurland in dem von ihm angelegten Jakobskanal und besonders in der von ihm gegründeten Stadt seines Namens erhalten. Obwohl J. sich im poln.⸗schwed. Kriege die Neutralität zu wahren wußte, wollte Karl X. von Schweden doch Kurland zum schwed. Lehnsfürstentum machen. Als ihm das auf dem Wege der Be— stechung mißlang, nahm der schwed. Feldmarschall Graf Duglas 30. Sept. 1658 den Herzog und seine Familie in Mitau gefangen, führte sie nach Riga, dann nach Iwangorod, bis der Friede von Oliva 8. Juli 1660 dem Herzog und seiner Familie die Freiheit wiedergab. In dieser kurzen Zeit hatten die Schweden sein Land ruiniert, die Holländer die kurländ. Forts in Tabago und Gambia überrumpelt. Dennoch hinterließ J., als er 1. Jan. 1682 in Mitau starb, seinem Nachfolger Friedrich Kasimir ein neu aufblühendes Land. „Jakob (Ludw. Heinr. von), staatswissenschaftlicher und philos. Schriftsteller, geb. zu Wettin 26. Febr. 1759, studierte Theologie in Halle, wo er auch 1780 Lehrer am Gymnasium wurde, 1785 sich habilitierte und 1791 eine Professur der Philosophie erhielt. Im J. 1807 folgte er einem Ruf nach Charkow als Professor der Staatswissenschaf— ten. Nachdem er 1809 in Petersburg an den Be— ratungen über Gegenstände der Gesetzgebung teilge— nommen hatte, bald darauf im Finanzministerium angestellt worden war, ging er 1816 als Professor der Staatswissenschaften wieder nach Halle. Er starb im Bade Lauchstädt 22. Juli 1827. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: «Prolegomenen zur praktischen Philosophiey (Halle 1787) und «Grundriß der allgemeinen Logik u. s. w. v (Halle 1788; 4. Aufl. 1800), durch die er viel für Verbreitung der Kantschen Philosophie wirkte; „Lehrbuch der Nationalökonomie v (Halle 1805: 3. Aufl. 1825), in welchem er zuerst in Deutschland die Theorie des Nationalreichtums als eine von der Staatswirtschaft verschiedene Wissenschaft vortrug; (Grundsätze der Polizeigesetzgebung und Polizeianstalten» (Lpz. 1809), «Einleitung in das Studium der Staatswissenschafteno (Halle 1819), (Entwurf eines Kriminalgesetzbuchs für das Russische Reicho (Halle 1818), «Staatsfinanzwissenschaft? (2 Bde., Halle 1821; neue Aufl. von Eiselen, 1836). Die von ihm herausgegebenen Essais philosophiques sur l'homme, ses principaux rapports et sa destinée (Halle 1818) sollen den Russen Poletika zum Verfasser haben. über seine unter dem Namen Talvi als Schriftstellerin bekannte Tochter s. Robinson.