Cazembe ist die Bezeichnung eines Negerfürsten und seiner Residenz, welche stets mit dem Gie met an eine andere Ortlichkeit verlegt wird. Sie liegt gegenwärtig etwa 1700 km östlich von Loanda und 1200 km westlich von Quiloa, 160 km nördlich vom Bangweolosee. Der Fürst beherrscht ein Land, welches sich etwa ausdehnt von der linken Seite des ümer koerosee gehenden Kolongosi, längs des rechten fers des Luapula bis Wn en Bangweolosee, einschließlich Lunda; im W. grenzt es an Rua, im N. an Itawa. Das Land ist gegenwärtig sehr entvölkert, sodaß der C. Muonga, den Livingstone 1867 besuchte, kaum 1000 Krieger ins Feld stellen konnte, während sein Vater Kireka 1831.—32, als die Portugiesen Monteiro und Gamitto zu ihm kamen, über ein Kriegsheer von 6000 Mann verfügte. Muonga konnte nur durch äußerste Strenge — selbst und die Ordnung im Lande erhalten; dur seine unmäßigen Strafen und den Verkauf der Kinder hat die 1—— seiner Untergebenen sehr abgenommen. Im J. 1872 hat ein arab. Bandenchef ihn überfallen und getötet. Außer den genannten Europäern haben das Land nur die Portugiesen Pereira 1796 und Dr. Lacerda 1798 besucht; letzterer starb 18. Okt. in der Residenz des C., die damals am Flusse Sschungu (9. 32“ südl. Br.) lag, die aber Gamitto wie später Livingstone weiter in Südwesten an dem kleinen Mofwesee fand. Gamitto beschreibt sie noch als einen großen Ort mit geraden, reinlichen Straßen, 1867 aber bestand sie aus Auund Lablne über Cassavafelder zerstreuten Hütten un ber de nicht über w1000 E. Der Hof oder Hüttenkomplex des C. ist nach Livingstone eine 300 m lange, 200 m breite, viereckige Einzäunung von 2—3 mehohen Rohrwänden mit einer riesigen Hütte für den Fürsten, einer zweiten für Fisen und einer Anzahl kleinerer Hütten für die Diener. Menschenschädel an den Eingängen, die beschnittenen Ohren und abgeschnittenen Hände mancher Würdenträger, die Rohente des Henkers bei Audienzen bezeugen die len und Tyrannei, die dort herrschen, dagegen sollen Menschenopfer nicht mehr vorkommen. Der höchst fruchtbare Boden liefert hauptsächlich Cassava, daneben Bataten, Mais, Sorghum, Negerhirse, Erdnüsse, Baumwolle und Palmöl; Handelsprodukte sind nur Sklaven und Elfenbein. Vgl. Gamitto, 40 Muata C.v. (Lissab. 1854); Burton, Lacerdas' journey to C. (Lond. 1873); &The last journals of David Livingstone, in Central African (Lond. 1874).