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PflanzenreichBrockhaus 1882

Ceder (Cedrus Loud.) ist der Name verschiedener Bäume aus der Familie der Nadelhölzer, welche bei langsamem Wuchs mächtige Dimensionen und ein hohes Alter erreichen und ein harziges, rötliches, hmer n Holz besitzen. Im engern Sinne bezeichnet man seit dem Altertume mit dem Namen C. bloß die durch Salomons Tempelbau berühmt gewordene C. vom Libanon (C. Libani Lond.). Linné zog 2 Haun zur Gattung Pinus (P. Cedrus), Miller zur Gattung der Lärchen, Larix (L. Cedrus). In der That sind sowohl die libanotische C. als die atlantische (C. atlantica Man.) und die indische oder Deodaraceder (C. Deodara Roæb.) unserm Lärchenbaum nahe verwandt, unterscheiden 55 jedoch von demselben durch ihre immergrüne enadelung und die abweichende Zapfenbildung. Die C. sind mächtige Bäume von u. m em Wuchs mit aunerd Er 5 gestellten Nadeln, welche bei C. Libani und C. Beodara eine dunkelgrüne, bei C. atlantica eine silbergraue Farbe besitzen. Auch hat die indische C. viel schlankere Nadeln und viel dünnere, zierlichere Zweige als die libanotische. Letztere ist nicht bloß am Libanon heimisch, sondern findet sich auch im Taurusgebirge und am Atlas in Algerien und Marokko, und es — wahrscheinlich, daß ehedem in ganz Nordafrika, Arabien, Syrien und Kleinasien Cedernwaldungen 9 00 haben. In Kleinasien und Syrien ist die C. großenteils ausgerottet. Das weite Land von Hiram, welches den Libanon umgibt und ehedem mit Cedernwald bedeckt gewesen 2* soll, ist jetzt völlig baumlos, bis auf das nackte Gestein entblößt. Der heilige Salomonshain des Libanon im Grunde der roßanligen, amphitheatralischen Alpenlands Haft nahe bei Ehden, über dem Dorfe Bscherra und nahe dem Ursprun des heiligen Flusses Kadische, besteht jedoch 10 jetzt aus 3—400 Stämmen. In den Cedernwäldern des Taurus fand der Reisende Kotschy mächtige, bis 7 m im Umfang haltende Stämme. Die C. des Libanon erreicht 20—30 m Höhe und bildet eine mächtige, breitpyramidale Krone, deren Aste fast rechtwinkelig vom Stamm abstehen. Die Naihnen de schönen, dunkelbraunen, aulrechten apfen delbüschel stehen dicht um die Zweige und zwischen ben O. aus breiten, dünnen, dicht aneinandergepreßten Schuppen zusammengesetzt sind. Sie enthalten Oud längliche Samen mit gleichlangem ßlügel und erreichen eine Länge von 10 und eine tärke von 8 em. Besonders berühmt warxen schon seit alter Zeit das rötliche, harzreiche, wohlriechende Cedernholz, aus welchem König Salomon seinen Tempel erbauen ließ, und das Cedernharz, womit die Alten ihre Toten einbalsamierten. Das Holz galt für unzerstörbar, weshalb die Alten ihre Schriften in Behältnissen von Cedernholz aufbewahrten; auch bestrich man mit dem daraus bereiteten Cedernöl die Schriftrollen, um sie dauerhafter zu machen. Neuere Untersuchungen haben jedoch ergeben, daß die Alten sich zu den erwähnten Zwecken des Cydient baben. und keineswegs des Cedernholzes beient haben, denn letzteres ist nichts weniger als fest und dauerhaft, sondern leicht, weich und weißlich. Es hat zwar einen schwach balsamischen Geruch, enthält aber nur wenig Harz. Die Nadeln der C. schwitzen in ihrer Heimat einen süßen Stoff aus, das Cedern-Manna. Die atlantische Ceder ist der Libanonceder o ähnlich, daß sie von manchen Botanikern bloß ür eine Abart derselben gehalten wird. Sie untercheidet sich jedoch von C. Libani durch steifere, techende, spitze, meergrüne und silberglänzende Naeln und durch mehr walzenförmige, am Scheitel abgeplattete Zapfen. Sie ist nicht bloß im Atlas-Debirge und Nordafrika überhaupt verbreitet, sondern kommt auch im Orient, dort oft in WTalcha der Libanonceder (3. B. auf dem cilicischen Taurus) vor. Die indische oder Deodaraceder, ebenfalls ein mächtiger Baum, welcher bei den Hindus für heilig gilt, bildet im Himalajagebirge zwischen 1300 und 3700 m Höhe große Waldungen und ist die für die ind. Forstwirtschaft wichtigste Holzart. Die Deodara ist ein ungemein graziöser Baum, doch zarter als die Libanonceder. Dennoch hält sie in einem feuchten Klima gut aus und wird dabn namentlich in England allgemein als Zieraum kultiviert. Auch in Deutschland hat die Deodoraceder schon Eingang gefunden und ist z. B. im Elsaß als welbeltbär schon sehr verbreitet. Die übrigen Nadelholzbäume, welche in der Volkssprache den Namen C. führen, sind meist Arten aus der Abteilung der cypressenartigen Nadelhölzer. So belegen die Spanier mit dem Namen Cedro wei zu dickstämmigen Bäumen heranwachsende Hahsrenen hrend die Oxycedrus L. und thurifera L.), während die Portugiesen und Andalusier die ind. Genron Cupressus glauca Lamh.) so nennen (Cedro de Goa). Eine bei uns äufig als Zierbaum kultivierte nordamerik. Wacholderart (Juniperus virginiana L.) ist allgemein als rote oder als borm C., eine westindische (J. Bermudiana) als bermudische C. bekannt; die letztern beiden Arten liefern das rote Cedernholz des Handels, das zu Bleistifthülsen eine ausgedehnte Verwendung findet. Weiße C. nennt man den in Nordamerika wild wachsenden, kugelfrüchtigen Lebensbaum (TIhuja occidentalis L.), mexikanische C. das in Mexiko heimische Laxodium distichum, welches auch bei uns angepflanzt wird. Endlich wird bisweilen der gemeine Lärchenbaum als europäische oder deutsche C. ermißt, sind unter K aufzusuchen. 7 bezeichnet. Als span. Cedernholz wird bisweilen falsch ich das Holz von Cedrela odorata L. beeichnet, welches zur Fabrikation von Cigarrenkisten enutzt wird. (Vgl. Cedrela.) ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 99Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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