Cistrose (Cistus L.) 0 der Name einer Pflanzenattung aus der nach ihr benannten Familie der Listineen. Die zu ihr gehörigen Pflanzen sind Sträucher oder Halbsträucher mit gegenständigen, ganzen Blättern ohne Nebenblätter, und mit meist ansehnlichen, jedoch sehr vergänglichen roten, lilaroten oder weißen, öfter zweifarbigen Blumen. Der Kelch ist fünfblätterig. Die fünf Blumenblätter stehen nebst den zahlreichen freien Staubgefäßen auf dem Blütenboden. Der Fruchtknoten trägt nur einen, zuweilen 0 kurzen Griffel mit plattköpfiger Narbe, und die Kapsel ist fünf⸗ bis zehnfächerig. Mehrere Arten dieser Gattung schwitzen an den Zweigen ein zähes, wohlriechendes Harz aus, welches gesammelt wird und unter dem Namen Ladanumharz (Resina oder Gummi Ladanum) im Handel ist, aber jetzt nur noch zum Räuchern verwendet wird. Besonders liefern die kretische C. (C. Creticus L.), die cyprische C. (C. Cyprius Lam.) und die Ladanum-C. (C. Iadaniferus L.), welche sämtlich in Südeuropa und im Orient einheimisch sind, letztere namentlich in Spanien und Portugal, wo sie ganze Quadratkilometer fast allein bedeckt (3. B. in der Sierra Morena), das genannte Harz. Sonst soll es von den Haaren und dem Barte der Ziegen, welche unter solchen C. weideten, durch Auskämmen gewonnen worden sein. Jetzt wird es mittels lederner, über die Sträucher gezogener Riemen gesammelt, oder durch Abschaben der Zweige oder Auskochen gewonnen. Es ist jedoch das im Handel vorkommende Harz häufig verfälscht oder gar bloßes Kunstprodukt. Einige andere Arten der C., wie die in Spanien einheimische lorbeerblätterige C. (C laurifolius L.) und andere, werden als Zierpflanzen gezogen, gedeihen aber in Deutschland nur im Orangeriehause.