Centauréa L., artenreiche Pflanzengattung aus der Familie der Compositae. Ihre über einen großen Teil der Erde verbreiteten, besonders aber in den an das Mittelländische Meer grenzenden Ländern häufigen Arten haben einen aus dachziegelförmigen Schuppen zusammengesetzten Hüllkelch, welcher einen Strahl röhrig-trichterförmiger, geschlechtsloser Randblüten und eine aus viel schmächtigern Een dasn bestehende Scheibe enthält. Die Schuppen des Hüllkelchs sind an der Spitze meist mit einem trockenhäutigen, oft lang und zierlich gefransten Anhang versehen, seltener laufen sie in einen einfachen, gesiederten oder fingerförmig zerteilten Dorn aus. Die Blüten sind bei der Mehrzahl der Arten von pfirsich-oder purpurroter, bei vielen von gelber, bei wenigen von blauer Farbe. Zu letztern gehört die bekannte Kornblume (C. Cyanus L.), auch Cyane und Ziegenbein genannt. Ihre früher als Flores Cyani offizinellen Blumen enthalten einen blauen Farbstoff, Wachs, Schleim und Salze. Die rotblühenden Arten heißen Flockenblumen. Unter ihnen ist eine der häufigsten die Wiesenflockenblume, C. Jacea L., deren Kraut und Blüten früher unter dem Namen Herba et flores Jaceae nigrae mediz. Anwendung fanden. Das Kraut der in Südeuropa auf Schutt vorkommenden, mit dornigem Hüllkelche versehenen, ebenfalls rotblühenden C. Calcitrapa L. wurde sonst gegen Wechselfieber angewendet. Auch die Blumen wirken fiebervertreibend und sind daher in manchen Ländern als Flores Cardui stellati offizinell. Verschiedene südeurop., asiat. und nordamerik. Arten werden als Zierpflanzen kultiviert.